Erstellt am 06. Oktober 2014, 13:51

Koller erwartet kampfbetontes Match in Moldawien. Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller stellt seine Schützlinge auf ein kampfbetonte EM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien ein.

Die Auswahl aus dem osteuropäischen Land werde am Donnerstag (20.45 Uhr MESZ/live ORF eins) in Chisinau ein physisch starker Gegner sein, warnte der Schweizer am Montag im ÖFB-Camp in Stegersbach.


Koller sah sich zwölf Partien der Moldawier auf seinem Laptop an, ließ markante Szenen aus diesen Matches herausfiltern und wird David Alaba und Co. am Dienstag über die Stärken und Schwächen des Kontrahenten informieren. "Wir brauchen spielerische Qualitäten und körperliche Robustheit", lautet die Vorgabe des 53-Jährigen.

Das bedeutet aber nicht, dass Koller bei der Aufstellung ausschließlich physisch starken und großgewachsenen Kickern den Vorzug gibt. "Für Beißen, Kratzen und Treten reicht es auch, wenn man 1,70 ist, dafür muss man nicht 1,90 sein", betonte der Teamchef. Seine Spieler dürften "nicht erschrecken, wenn der Gegner einmal robust kommt", forderte Koller.

Nicht zu viel Respekt und keine Angst vor dem Gegner

Gleichzeitig solle man sich aber auch nicht in Zweikämpfen verzetteln, sondern der eigenen Vorzüge besinnen. "Das Wichtigste ist, dass wir unser Spiel spielen und nicht zu viel Respekt oder Angst vor dem Gegner haben", meinte Koller und kündigte an, das Verhalten seiner Mannschaft bei Standards verbessern zu wollen.

Viel Zeit dazu bleibt allerdings nicht. Der Montag stand im Südburgenland im Zeichen der Regeneration, am Dienstag folgen zwei Einheiten, in denen Koller an taktischen Feinheiten arbeiten kann. Danach gibt es nur noch das Abschlusstraining am Mittwoch in Chisinau, das jedoch wegen der guten Einsehbarkeit des Platzes nur bedingt zur Matchvorbereitung genutzt werden kann.

Abgesehen von der geringen Anzahl von Trainings kommt mit dem kürzliche vollzogenen moldawischen Teamchef-Wechsel von Ion Caras zu Alexandru Curtianu ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu. Dadurch könnte Kollers intensives Gegner-Studium an Wert verlieren. "Vielleicht macht der neue Trainer etwas ganz anderes", gab der Schweizer zu bedenken.

Einige Stammspieler fehlen noch

Koller musste zum Auftakt des ÖFB-Lehrgangs am Montagvormittag auf dem Stegersbacher Sportplatz, wo auch rund um die EURO 2008 geübt wurde, noch auf einige Spieler verzichten. David Alaba, Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger trafen ebenso wie die Salzburg-Kicker erst im Laufe des Tages ein. Martin Hinteregger blieb vorerst in Salzburg, wo er wegen Kniebeschwerden eine genauere Untersuchung absolvierte.

Bereits in Stegersbach eingetroffen ist hingegen Valentino Lazaro, der am Sonntag beim 4:1 gegen Wiener Neustadt wieder im Mittelfeld und nicht wie zuletzt als Rechtsverteidiger aufgestellt wurde. "Mir hat es rechts in der Viererkette ganz gut gefallen. Wenn ich wieder dort eingesetzt werde, werde ich sicher nicht Nein sagen", versprach der 18-Jährige.

Als Rechtsverteidiger im Nationalteam wird Lazaro aber nicht so schnell zu sehen sein, wie Koller noch einmal betonte. "Er hat zwar gut gespielt, aber in Salzburg ist das aus der Not heraus geboren worden. Bei uns ist das nicht der Fall. Wir haben zwei Spieler auf dieser Position", sagte der Nationaltrainer mit Hinweis auf Florian Klein und György Garics.