Erstellt am 09. Juni 2014, 11:48

Koller sieht Brasilien als WM-Favorit. Österreichs Teamchef Marcel Koller reiht sich in jenen großen Kreis von Fußball-Experten ein, die Brasilien als Favoriten auf den WM-Titel sehen.

Für die "Selecao" sprechen laut dem Schweizer die Qualität der Spieler, die Unterstützung der Fans und die vertrauten klimatischen Verhältnisse. Als erste Herausorderer bezeichnete Koller die südamerikanischen und europäischen Auswahlen.

Großer Druck für Brasilien

Zum großen Problem für Brasiliens Team könnte die immense Erwartungshaltung der eigenen Fans werden, mutmaßte Koller in der Zeitschrift "ÖFB-Corner". "Der Druck, der auf der Selecao lastet, ist nicht zu verachten. Das ganze Land erwartet den Titel."

Den Argentiniern räumte Koller "Außenseiterchancen" ein – genauso wie Chile, offenbar eine der Lieblingsmannschaften des Nationaltrainers. "Sie haben einen starken Kader mit vielen europäischen Legionären. Mir gefällt ihre effektive Spielweise, die durch Aggressivität und gutes Pressing geprägt ist. Die Gruppe mit Spanien und den Niederlanden ist aber nicht einfach."

Die afrikanischen Mannschaften werden in Brasilien keine allzu bedeutende Rolle einnehmen, vermutete Koller, der auch auf die Europäer Probleme zukommen sieht. "Für die Europäer wird es schwierig, ganz vorne mitzuspielen, obwohl ich sie neben den Südamerikanern als sehr stark einschätze", wurde Koller im ÖFB-Corner zitiert.

Koller glaubt an Belgier als Geheimfavoriten

Bei der Nachbetrachtungs-Pressekonferenz des 2:1-Sieges in Tschechien tippte der 53-Jährige auf ein Semifinale mit Brasilien, Spanien, Argentinien und Deutschland, brachte aber auch seine hohe Meinung über die als Geheimfavoriten gehandelten Belgier zum Ausdruck.

Seiner Heimat Schweiz traut Koller ebenso zumindest den Achtelfinal-Aufstieg zu wie den Russen, die er in den Gruppenspielen vor Ort beobachtet. Die Mannschaft von Fabio Capello trifft in Pool H am 17. Juni in Cuiaba auf Südkorea, am 22. Juni in Rio de Janeiro auf Belgien und am 26. Juni in Curitiba auf Algerien.

Im Allgemeinen rechnet Koller mit einem hochstehenden Turnier, das jedoch zu Beginn von Zurückhaltung geprägt sein könnte. "Generell lässt sich in der Gruppenphase sagen, dass die Teams besonders im ersten Spiel taktieren, um einen totalen Punkteverlust zu vermeiden."