Erstellt am 13. September 2016, 18:23

Wird Gusenbauer Novomatic-Aufsichtsrat?. Mitten im Übernahmepoker um die teilstaatlichen Casinos Austria könnte der Rivale Novomatic einen neuen Aufsichtsratschef bekommen.

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Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) werde bei der Hauptversammlung am 21. September in den Aufsichtsrat der Novomatic AG bestellt, so der "Kurier" am Dienstag. Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann dementierte den Bericht jedoch.

Es stimme nicht, dass es in Kürze zu einer Rochade an der Spitze des Novomatic-Aufsichtsrats komme, so Reichmann am Dienstagabend.

Gusenbauer seit längerem Berater

Laut "Kurier" soll Gusenbauer nach der Hauptversammlung laut internem Fahrplan zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt werden.

Gusenbauer berät den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic bereits seit einigen Jahren in Südamerika und Osteuropa und war auch im Aufsichtsrat der deutschen Tochter Löwen Entertainment.

Derzeit sitzt der ehemalige Spitzenbanker Herbert Lugmayr (79) an der Spitze des Novomatic-Aufsichtsrats - dies schon seit 18 Jahren. Lugmayr pflegt ein freundschaftliches Verhältnis mit Novomatic-Eigentümer Johann Graf.

Gusenbauer wiederum ist dem Zeitungsbericht zufolge mit Casinos-Austria-Chef Karl Stoss befreundet und hat auch eine gute Gesprächsbasis mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Der frühere Bundeskanzler Gusenbauer ist daneben Aufsichtsratschef des Baukonzerns Strabag sowie der Signa-Gruppe des Immobilieninvestors Rene Benko. Außerdem ist er laut "FirmenCompass" Aufsichtsrat des Feuerfestkonzerns RHI.

Casinos Austria vor Börsengang?

Novomatic will gemeinsam mit einem tschechischen Bieterkonsortium die Kontrolle bei den Casinos Austria übernehmen. Ende August hat jedoch das Kartellgericht den Deal untersagt, wogegen Novomatic Rekurs angekündigt hat.

Sollte es bei einem Nein des Gerichts bleiben, könnte ein Börsengang der Casinos Austria eine Option sein, spekulierte die "Krone" zuletzt. Der Staat hält ein Drittel an den Casinos Austria. Martha Oberndorfer, Chefin der Staatsholding ÖBIB, sagte der "Krone" vergangene Woche: "Wir halten uns alle Alternativen weiterhin offen."