Erstellt am 12. März 2015, 22:52

Kraft verlor nach Beinahe-Sturz in Trondheim Weltcupführung. Ein Beinahe-Sturz im 2. Durchgang in Trondheim hat Stefan Kraft die Weltcupführung gekostet.

Der Salzburger führte am Donnerstag vor dem Finale mit 11,8 Punkten Vorsprung, musste seinen Flug wegen eines Bindungsdefekts aber abbrechen. Nach Rang 9 ist Kraft vier Bewerbe vor Schluss nur noch Gesamt-Dritter, 46 Punkte hinter dem Deutschen Severin Freund. Der Weltmeister feierte seinen 7. Saisonsieg.

Das aktuelle Top-Trio des Weltcups, Kraft, Freund und der Slowene Peter Prevc, hatte sich im ersten Durchgang klar von der Konkurrenz abgesetzt. Doch während Prevc (137,5/136 m) und Freund (135/139) ihre Leistungen im Finale bestätigten und Michael Hayböck (143/132) als bestplatzierter Österreicher Vierter wurde, musste Tourneesieger Kraft (142,5/124) als letzter Springer abrudern.

Das Videostudium des Fluges von Kraft ergab, dass sich das Zäpfchen, das den Bindungsstab mit dem Schuh verbindet, schon rund 10 m nach dem Absprung gelöst hatte. "Das war eine Riesen-Schrecksekunde", sagte Kraft, "und danach war es nur noch ein Kampf". Der dreifache Saisonsieger vermied mit Mühe einen Sturz. "Das war großes Glück", meinte der Bischofshofener, bei dem die Erleichterung überwog. 31,3 Punkte fehlten dem Normalschanzen-WM-Dritten letztendlich auf Freund.

Für den Skiflug-Champion aus Bayern hatte auf der Kulm-Schanze ein Höhenflug begonnen, seither gab es sechs Siege, vier weitere Podestplätze und einen vierten Rang als schlechtestes Resultat. Freund führt vier Bewerbe vor Saisonende - die Fortsetzung folgt am Wochenende in Oslo - 34 Punkte vor Prevc und darf sich berechtigte Hoffnungen auf den ersten Gewinn der Kristallkugel durch einen DSV-Springer seit Martin Schmitt vor 15 Jahren machen.

Hayböck hatte im ersten Durchgang bei kräftigem Aufwind den Schanzenrekord von Freund aus dem Vorjahr um 1,5 auf 143 Meter verbessert. Seinen ersten Podestplatz seit dem Sieg in Bischofshofen verpasste er um nur 1,9 Punkte. Dritter wurde der Normalschanzen-Weltmeister Rune Velta (NOR/134/141,5). Gregor Schlierenzauer (136/134) belegte unmittelbar vor Kraft den achten Rang.