Erstellt am 15. Mai 2014, 10:50

von APA/Red

Krankenkassen: 217 Mio. Überschuss. Die Krankenkassen befinden sich weiter auf einem Stabilisierungskurs. Im Vorjahr haben sie nach vorläufigen Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einen Überschuss von 217 Millionen Euro erwirtschaftet.

Im Minus waren nur die Kärntner Gebietskrankenkasse und die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Für heuer rechnen die Kassen insgesamt mit 50 Mio. Plus.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Löwenanteil des Überschusses von der Wiener Gebietskrankenkasse gekommen ist - sie erbrachte 115,4 Mio. der insgesamt 217,2 Mio. Euro. Allerdings ist dies nicht allein auf die Konsolidierungsleistungen der WGKK zurückzuführen, sondern zu einem Gutteil auf öffentliche Mittel. Die Kassen haben nämlich eine Umsatzsteuerrückvergütung für Medikamente bekommen. Diese wird in Form einer Pauschale ausbezahlt und machte für das Vorjahr 100 Mio. Euro aus.

Der Betrag dieser sogenannten "Überdeckung" ging zur Gänze an die WGKK. Der Grund dafür liegt darin, dass aus dieser Pauschale nur jene Träger Geld bekamen, die Schulden haben, und die WGKK war die einzige Kasse mit einem "negativen Reinvermögen". Sie sitzt auch weiterhin auf Schulden aus der Vergangenheit, wenngleich sich diese schon auf 43,3 Mio. Euro im Vorjahr deutlich verringert haben.

Krankenversicherung rechnet mit kleinerem Überschuss

In der Zwischenzeit hat auch die Kärntner Gebietskrankenkasse neue Schulden von 1,5 Mio. Euro (2013) angesammelt. Beide hoffen aber, diese heuer wieder abbauen zu können. Aus diesem Grund gibt es diese Pauschale heuer nicht mehr. Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Krankenversicherung für 2014 mit einem kleineren Überschuss von 50 Mio. Euro rechnet. Die vereinbarten Finanzziele und die 40 Mio. Euro aus dem Strukturfonds, die die Kassen bei Erreichen der Ziele lukrieren können, sind darin eingerechnet. Ab 2015 gibt es diesen Strukturfonds dann nicht mehr.

Bei der Prognose im Februar waren nur 12 Mio. Euro Plus für heuer vorhergesagt worden. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass die Prognosen stets zum Teil deutlich unter dem tatsächlichen Ergebnis liegen. Auch für 2013 hatte der erste Voranschlag nur ein Plus von 31 Mio. Euro prognostiziert, die dann kontinuierlich nach oben korrigiert wurden und jetzt eben einen Erfolg von insgesamt 217 Mio. Euro gebracht haben.

Negativ bilanziert haben im Jahr 2013 nur die Kärntner GKK (-14,4 Mio.) und die SVA der gewerblichen Wirtschaft (-16,9 Mio.). Im Plus sind unter den neun GKKs neben Wien (+115,4 Mio.) nur Oberösterreich (+29,1 Mio.) und Salzburg (+17,3 Mio.), alle anderen bilanzieren ausgeglichen.

Für 2014 erwartet neben der SVA der gewerblichen Wirtschaft (-17,5 Mio.) und der Kärntner GKK (-17,4 Mio.) auch die niederösterreichische GKK ein Minus (-9,9 Mio.). Positiv bilanzieren sollen von den GKKs Wien (+22,8 Mio.), Salzburg (+10,2 Mio.) und Oberösterreich (+7,4 Mio.).