Erstellt am 22. Januar 2015, 16:22

von APA/Red

Karl im Parallelslalom auf Platz zehn. Von Österreichs Herren waren drei in die K.o.-Entscheidung gekommen, Benjamin Karl wurde Zehnter.

 |  NOEN, APA/ERWIN SCHERIAU

Lukas Mathies als einziger Viertelfinalvertreter landete auf Rang sechs, Andreas Prommegger Zwölfter. Sebastian Kislinger war in der Qualifikation gescheitert.

Vierfach-Weltmeister Karl, bei dem kürzlich ein leichter Bandscheibenvorfall diagnostiziert worden war, war sauer mit sich und der Welt: "Mich zipft es an, ich suche irgendwie meinen Kampfgeist. Irgendwie freut es den Kadaver nicht so. Ich weiß es nicht. Immer wenn es um nichts geht, im Training und bei den Teambewerben, da ist alles lustig, macht alles Spaß, und dann ist es wieder zäher, mich zu motivieren", meinte er enttäuscht.

Außerdem ärgerte er sich darüber, dass er im Achtelfinale den (zu dem Zeitpunkt langsameren) blauen Kurs genommen hatte. Von den zwei Duell-Gegnern darf der in der Qualifikation schnellere den Kurs auswählen.

"Am Start oben sind wir immer unsicher"

„Ich hab gesehen, im Übergang ist der blaue Kurs schneller – das war leider nicht ganz so. Aber im Steilen war ich glaub‘ ich der einzige, der vorne mitfahren konnte. Was soll ich sagen, das Single-Format bei diesen Rennen ist einfach hart; der, der sich den Lauf aussuchen muss, kann falsch liegen. Ich weiß auch nicht, warum es jedem so klar ist, welchen Kurs man nimmt. Heute konnte man nicht sagen, welcher Kurs besser ist. Da geht’s um die Übergänge. Irgendwelche Leute wissen‘s anscheinend immer sicher, am Start oben sind wir aber immer unsicher. Da müssen wir a bissl üben glaub‘ ich. Ich werde morgen auf jeden Fall auch starten und alles geben, da wird alles auf Null gestellt.“

Auf die Frage, wie es ihm körperlich gehe, meinte er: "Ich spüre meine Zehen nicht, aber Schmerzen habe ich keine." Bezüglich Kursauswahl sagte Galler (Sportlicher Leiter/Anm.): "Der blaue war eh okay, aber der rote war okayer." Wenig später hatte sich Karl wieder erfangen, im ORF-Fernseh-Interview blies er für den Riesentorlauf am Freitag zur Revanche: "Morgen wird auf null gestellt, ich brauche nur noch einen Titel, um Alleinherrscher zu sein."

Bei Weltmeisterschaften nicht vom Glück verfolgt ist der zwölffache Weltcupsieger Prommegger. "Bis jetzt hat es nicht sein wollen. Es ist um jede Chance schade, die man nicht nützt, aber ich werde es morgen wieder versuchen", sagte der Salzburger. Die Goldmedaille ging an Italien, Roland Fischnaller jubelte mit 34 Jahren über seinen erstes WM-Titel, Silber gewann der Russe Andrej Sobolew und Bronze der Slowene Rok Marguc.