Erstellt am 07. Februar 2016, 07:39

Kriechmayr im Jeongseon-Weltcup bei Janka-Sieg Super-G-3.. Mit einer Harakiri-Rennlinie hat der Schweizer Carlo Janka am Sonntag den Weltcup-Super-G in Jeongseon gewonnen, hinter dem Südtiroler Christof Innerhofer (0,82 Sek.) jubelte Vincent Kriechmayr als Dritter (1,06) über seinen zweiten Karriere-Podestplatz. In dem herausfordernden Rennen mit hohem Tempo und weiten Sprüngen holte Marcel Hirscher mit taktisch kluger Fahrt Platz sieben und 36 Punkte.

 |  NOEN, APA (AFP)

Gleich vier der sieben Österreicher landeten in den Top Ten. Romed Baumann kam mit 1,30 Sekunden Rückstand und 2/100 Sekunden Vorsprung auf Hirscher auf Platz sechs, Hannes Reichelt wurde Neunter (1,44). Zu den elf Ausfällen zählten Top-Favorit und Abfahrtssieger Kjetil Jansrud (NOR), sowie der am Samstag zweitplatzierte Dominik Paris (ITA). Aus dem österreichischen Team kam der Abfahrts-Sechste Otmar Striedinger bei einem Sturz glimpflich davon.

Janka gewann seinen ersten Super-G überhaupt, es war der insgesamt elfte Weltcup-Sieg seiner Karriere. "Sprünge, Wellen, da waren schwierige Sachen drinnen. Ich habe das Risiko auf mich genommen, alles ging auf", freute sich der 29-Jährige, der den ersten Saisonerfolg der Schweizer Ski-Herren realisierte. Innerhofer, der die Abfahrt als "langweilig" bezeichnet hatte, fand den Super-G für dieses Gelände perfekt, es entwickelte sich ein spektakuläres Rennen. "Ich habe Carlo am TV gesehen und gedacht, das ist die gute Linie. In dem Super-G vermisst man nichts, da ist alles drinnen."

Kriechmayr war sich nach dem 29. Platz in der Abfahrt sicher, dass es im Super-G besser gehen wird. "Da habe ich ganz andere Möglichkeiten. Ich wusste, dass da runter viel mehr drinnen ist. Zum Glück hatte ich recht", sagte der Oberösterreicher nach seinem besten Saisonresultat. "Es war einer der schwierigeren Super-G in der Saison, die Sprünge sind weit gegangen. Wenn du durchkommen wolltest, musstest du sehr taktisch fahren. Carlo hat das nicht gemacht, der hat ihn voll runtergedrückt, das war ein Traumlauf. Ich bin teilweise sehr taktisch gefahren, anders wäre ich nicht durchgekommen."

Eine Glanzleistung lieferte Hirscher ab und versetzte damit auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum ins Staunen. "Überragend! Er trainiert ja nicht viel Super-G. Wie clever und intelligent er das fährt. Er weiß genau, wo er attackieren und wo er zurücknehmen kann. Die Position bei den Sprüngen ist ganz stark." Der Salzburger vergrößerte damit im Gesamtweltcup den Vorsprung auf den drittplatzierten Norweger Henrik Kristoffersen auf 134 Punkte, der Zweite Aksel Lund Svindal kann verletzungsbedingt in die Kugelentscheidung nicht mehr eingreifen.

"Man muss improvisieren, wenn man irgendwie die Möglichkeit hat. Beim Besichtigen habe ich mir gedacht, dass es teilweise eine geschenkte Disziplin für die Abfahrer ist. Trotzdem werde ich derjenige sein, der sich anpassen muss. Der versuchen muss, das zu lernen. Wie man sieht, lerne ich jeden Tag sehr viele neue Sachen dazu, die gar nicht so schlecht funktionieren", sagte Hirscher, der sich über zwei Fehler ärgerte. "Die sind unnötigerweise passiert."

Baumann sprach von einem der "schwierigsten Super-G" in diesem Winter. "Das Tempo war ungefähr gleich wie in der Abfahrt, dazu die Sprünge. Ich hatte zwei Schnitzer, aber da runter musst du was riskieren. Und dann passieren einfach Fehler", meinte der Tiroler, der in der Abfahrt Neunter gewesen war und somit mit zwei Top-Ten-Ergebnissen heimfliegen wird.

Seine Springerqualitäten auspacken musste Reichelt. "Ja, brutal! Beim zweiten Sprung habe ich die Kante nicht richtig erwischt, da bin ich 60, 70 m runtergesegelt. Ich habe befürchtet, dass ich das nicht mehr stehen kann. Gott sei Dank ist das alles gut ausgegangen", sagte der Salzburger, der oben viel verloren hatte. "Wenn das Rennen erst ab der zweiten Zwischenzeit gestartet worden wäre, wäre ich nur drei Hundertstel hinten gewesen." Patrick Schweiger wurde 23. und Klaus Kröll 33.