Erstellt am 20. Februar 2015, 08:41

von APA/Red

Griechenland zeigt sich unnachgiebig. Wenige Stunden vor der wohl entscheidenden Sitzung der Euro-Finanzminister im Schuldenstreit mit Griechenland hat sich die Regierung in Athen unnachgiebig gezeigt.

Griechenland werde nicht über die Verlängerung des Rettungsprogramms mit den Spar- und Reformauflagen diskutieren und halte an dieser Position auch gegenüber der Eurogruppe fest, sagte ein Regierungssprecher am Freitag.

Das Land habe alles getan, um eine Lösung zu finden, die zum Wohle aller Beteiligten sei. Griechenland hatte zwar am Donnerstag eine Verlängerung des Ende Februar auslaufenden Kreditprogramms beantragt, insbesondere Deutschland kritisierte den Antrag allerdings als unzureichend. In der Begründung hieß es, die neue Regierung in Athen ziele lediglich auf eine Brückenfinanzierung ab, ohne die Anforderungen des Reform- und Hilfsprogramms zu erfüllen.

"Wir streben an, dass Griechenland in der Eurozone bleibt"

EU-Kommissar Günther Oettinger hält indes trotz vieler Unwägbarkeiten eine Einigung mit Griechenland im Schuldenstreit für denkbar. "Wir streben an, dass Griechenland in der Eurozone bleibt", sagte Oettinger am Freitag im Deutschlandfunk zur Haltung der EU-Kommission. "Die griechische Regierung muss einfach verstehen, wir sind gutwillig, aber nicht dumm, wir sind entgegenkommend, aber lassen uns nicht ausnehmen", sagte er. "Auf der Grundlage halte ich in den nächsten acht Tagen noch immer eine Einigung für möglich - gegebenenfalls durch eine weitere Sitzung auf Ebene der Regierungschefs."

Oettinger sieht zwar nach dem griechischen Antrag auf Verlängerung des Kreditprogramms der Euro-Partner Bewegung in dem Streit, doch lasse der Antrag viele Fragen offen. Insofern müsse Athen nachlegen. "Ansonsten wäre der Brief eher ein Ablenkungsmanöver", sagte der für digitale Wirtschaft zuständige Kommissar. Die ablehnende Haltung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble könne er verstehen. "Ich kann seine Wertung nachvollziehen, ja, ich teile seine Ablehnung", sagte Oettinger.

USA drängt nach einer Einigung im Schuldenstreit

Die USA drängten unterdessen Griechenland und die anderen Euroländer zu einer Einigung im Schuldenstreit. "Es ist wichtig für den Euro und die globale Wirtschaft, eine Einigung zu erreichen", sagte ein ranghoher Vertreter des Finanzministeriums in Washington am Donnerstag.

Die USA warnten vor einem Scheitern der Gespräche. Griechenland würde die wirtschaftlichen Folgen "unmittelbar" spüren, sagte der Vertreter des Finanzministeriums. Außerdem würde sich die Unsicherheit für Eurozone und auch für die Weltwirtschaft erhöhen.