Erstellt am 25. November 2014, 14:24

Krisensitzung beim Team Stronach gestartet. Der Parlamentsklub des Team Stronach hat sich Dienstagmittag in Wien zu einer Krisensitzung zusammengefunden.

Zur Frage, ob Kathrin Nachbaur Klubobfrau bleibt, war der Klub weiterhin gespalten, ob es einen Misstrauensantrag geben wird, stand aber noch nicht fest. Frank Stronach selbst ist persönlich nicht anwesend, wird aber aus Kanada zur Sitzung dazugeschaltet.

Die werdende Mutter Nachbaur hatte die jüngsten Turbulenzen vergangene Woche ausgelöst, als sie aus der Bundespartei ausgetreten ist und die Funktion der Vizeparteichefin zurückgelegt hat. Einige Abgeordnete, allen voran Ex-Klubchef Robert Lugar, sind der Ansicht, dass eine Klubobfrau Parteimitglied sein müsse.

Ziel: Einigung, mit der alle leben können

Es gebe Gespräche im Hintergrund, erklärte Lugar vor Beginn der Sitzung. Man wolle eine Einigung mit der alle leben können, dazu gebe es mehrere Varianten. Details nannte Lugar nicht, auch wollte er sich am Dienstag nicht mehr darauf festlegen, ob es einen Misstrauensantrag gegen die aktuelle Klubchefin geben wird. Wichtig sei, dass es am Ende eine Klubobfrau oder einen Klubobmann gebe, der auch Parteimitglied ist. Er selbst schloss abermals aus, diese Funktion zu übernehmen.

Nachbaur selbst wollte vor der Sitzung nichts sagen und verwies darauf, dass sie nachher vor die Medien treten werde. Bei gutem Willen scheint eine Lösung des Konflikts aber recht einfach: Wie die geschäftsführende Klubobfrau und steirische Landeschefin Waltraud Dietrich bestätigte, ist Nachbaur nach wie vor Mitglied der steirischen Landespartei. Sollte es zu einer Misstrauensabstimmung kommen, werden jedenfalls zwei Drittel der Stimmen der zwölf Klubmitglieder notwendig.

Die anderen Abgeordneten wollten sich bei ihrem Eintreffen auch auf nichts festlegen: Bundesrat Gerald Zelina betonte etwa, er stehe hinter allen Abgeordneten und Parteigründer Frank Stronach. Mandatar Leo Steinbichler hielt zumindest fest, dass es gut sei, wenn Nachbaur mitarbeite, ob nur als Abgeordnete werde man sehen.

"Ich denke, dass alles positiv enden wird", meinte auch Abg. Ulla Weigerstorfer. Ihr Kollege Marcus Franz - der sich öffentlich für Nachbaur geäußert hatte - ging davon aus, dass die aktuelle Klubchefin bleibt und ein gutes Ergebnis herauskomme. Mandatar Georg Vetter ließ sich lediglich entlocken, dass man in der Sitzung "schrecklich streiten" werde und dann berichten werde, dass man in einer konstruktiven Sitzung einen schwungvollen Neuanfang gemacht habe.