Erstellt am 15. März 2015, 14:39

Kristoffersen gewann Kranjska-Gora-Slalom - Hirscher 6.. Der Norweger Henrik Kristoffersen hat am Sonntag den Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Herren in Kranjska Gora gewonnen.

Kristoffersen setzte sich in Slowenien 0,24 Sekunden vor dem Italiener Giuliano Razzoli durch. Rang drei ging an den schwedischen Halbzeit-Leader Mattias Hargin (+0,86 Sekunden). Der Salzburger Marcel Hirscher wurde dank Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch Sechster. Zur Halbzeit war Hirscher nach einem Fast-Ausfall nur auf Rang 19 gelegen. Im Gesamt-Weltcup hat Hirscher seine Führung vier Rennen vor Schluss weiter ausgebaut. Vor dem Weltcup-Finale in Meribel hat der 26-Jährige 164 Punkte Vorsprung auf den Norweger Kjetil Jansrud. Im Slalom-Weltcup verringerte Hirscher seinen Rückstand auf den Deutschen Felix Neureuther (am Sonntag Neunter) auf 55 Punkte.

100 Punkte waren das Ziel von Hirscher für das Slowenien-Wochenende gewesen, nach Platz zwei im Riesentorlauf am Samstag hatte er bereits 80 auf dem Konto, Sonntag folgten nochmals 40. Der Salzburger erfüllte das Plansoll im Kampf um die große Kugel deutlich und zeigte sich bereit für das Saisonfinale in Frankreich, bei dem noch Rennen in vier Disziplinen auf dem Programm stehen. Jansrud könnte es mit Siegen in Abfahrt und Super-G noch einmal sehr spannend machen. Ob Hirscher den Super-G bestreitet, wird er kurzfristig entscheiden, die Abfahrt lässt er zu 99,9 Prozent aus.

Im Kampf um den Sieg spielten die Österreicher am Sonntag am Podkoren keine Rolle, neben Hirscher kamen nur Reinfried Herbst als 17. und Benjamin Raich als 24. in die Wertung. Der regierende Junioren-Doppelweltmeister Kristoffersen setzte sich mit 0,24 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Giuliano Razzoli und 0,86 auf den Schweden Mattias Hargin durch und feierte den zweiten Saisonerfolg nach Levi im vergangenen November. "Es war nicht einfach mit den Spuren, aber das war super. Es bedeutet mir sehr viel", meinte Kristoffersen, der zur Halbzeit hinter Hargin und Razzoli Dritter gewesen war.

Hirscher meisterte am Sonntag ein kurioses Missgeschick nur dank zirkusreifer Einlage. Im Finish des ersten Durchgangs war die Halterungsplatte des Skischuhbandes von der Kante des anderen Skis ausgerissen worden. Eine derartige Verhedderung war ihm bisher noch nie passiert. "Wenn ich ein Glücksspiel machen würde, würde ich sagen, eins zu einer Million, dass das passiert. Das kann blöd ausgehen, da kann man sich wehtun", meinte der 26-Jährige, dem dank Laufbestzeit im Finale ("Dass ich schnell Skifahren kann, wissen wir") noch der große Satz von 19 weit nach vorne gelang. Die Skikante wurde übrigens wieder hergerichtet, Hirscher schnallte das gleiche Gerät auch im Finale an.

Hirscher hatte damit rechnen müssen, dass Neureuther am Sonntag im Kampf um die kleine Kugel den "Sack zumacht", nun aber hat er trotz Fast-Ausfalls sogar noch elf Punkte aufgeholt. Die Riesentorlaufkugel hat er bereits am Samstag ins Trockene gebracht, auch im Slalom ist die Möglichkeit noch da, das Kristall zum dritten Mal abzuräumen. "Ich habe alles rausgeholt, jeder Punkt ist unglaublich viel wert", wusste Hirscher.

"Es wird sicher sehr spannend werden. Ich freue mich einfach auf das Rennen nächste Woche, Spannung bis zum Schluss tut gut, wir werden sehen, wer dann ganz oben steht", meinte der neuntplatzierte Neureuther, der seine Läufe analysieren wollte. "Im zweiten Durchgang habe ich nicht so ein schlechtes Gefühl gehabt, aber es ist irgendwie nix weitergegangen."

Benjamin Raich hatte wie Hirscher zur Halbzeit ebenfalls 2,01 Sekunden Rückstand (19.), er fiel auf Position 24 zurück, qualifizierte sich aber wie Reinfried Herbst neben Hirscher für den finalen Slalom der Top-25. Herbst lag zur Halbzeit an 16. Position, am Ende wurde es der 17. Platz.

"Die Piste war in einem ausgezeichneten Zustand, da war noch sehr viel möglich. Ein paar Ripperln waren vorhanden, da das Tempo hoch war, musste man sich schon zutrauen, frech zu sein. Bei ein paar Abschnitten gelang mir das nicht ganz", meinte der Salzburger in der Halbzeitpause. Im Finale hatte er dann Probleme mit den schmierigen Pistenverhältnissen, freute sich aber darüber, das Minimalziel mit der Meribel-Qualifikation erreicht zu haben. Ob er noch eine Saison anhängen wird, will er erst nach Saisonende entscheiden.

Einmal mehr gelang es niemandem aus der rot-weiß-roten jungen Riege, sich in den Vordergrund zu drängen. Christian Hirschbühl (43.), Michael Matt (47.) und Roland Leitinger (55.) verpassten die Finalteilnahme, Marco Schwarz und Marc Digruber schieden im ersten Lauf aus. Montag steht für einige von ihnen in Kranjska Gora noch das Europacup-Finale im Slalom auf dem Programm.