Erstellt am 24. September 2015, 08:49

Kroatien schloss Grenze für Serben. Kroatien hat seine Grenze für serbische Staatsbürger und in Serbien registrierte Autos geschlossen. Das sagte ein kroatischer Grenzpolizist einer Nachrichtenagentur.

 |  NOEN, APA (epa)

Zuvor hatte Serbien im Streit um Flüchtlinge seine Grenzen für kroatische Lkw und kroatische Güter geschlossen. Ungarns Premier Viktor Orban hatte seinerseits gedroht, die Grenze zu Kroatien zu schließen.

Der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic sagte am Mittwoch dem staatlichen Fernsehsender RTS, Serbien reagiere mit der Blockade auf eine "wirtschaftliche Aggression", um "seine Interessen" zu verteidigen. Zuerst hatte nämlich Kroatien am Montag seine Grenzen für Laster aus Serbien gesperrt.

Damit wollte Zagreb Druck auf die Regierung in Belgrad ausüben, damit sie die vielen Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route nach Ungarn und Rumänien und nicht nach Kroatien weiterleitet. Zuvor reisten binnen einer Woche mehr als 44.000 Flüchtlinge über Serbien nach Kroatien ein.

Serbien hatte Kroatien ein Ultimatum bis Mittwoch um 24.00 Uhr MESZ gestellt, um die Grenzschließung für serbische Transporter aufzuheben. Dass Kroatien darauf nicht eingegangen sei, sei "unverantwortlich", sagte Innenminister Stefanovic. Am Mittwoch hatten aufgebrachte Lkw-Fahrer den einzigen noch offenen Grenzübergang zwischen den beiden Ländern, Batrovci-Bajakovo, blockiert.

Seit Ungarn Mitte September seine Grenze zu Serbien völlig dicht gemacht hatte, versuchen tausende Flüchtlinge, über Kroatien weiter nach Nordwesten zu gelangen. Das EU-Land sieht sich mit diesem Andrang überfordert.

Als Reaktion auf Serbiens Beschluss schloss auch Kroatien seine Grenze für Serben. Serbische Staatsbürger und in Serbien registrierte Autos würden bis auf Weiteres nicht mehr ins Land gelassen, sagte ein kroatischer Grenzpolizist einer Nachrichtenagentur.