Erstellt am 07. August 2015, 10:33

von APA Red

Kühbauer nach 0:5 in Dortmund: "Ein Spiel zum Lernen". Der WAC hat am Donnerstagabend beim 0:5 (0:0) gegen den deutschen Spitzenclub Borussia Dortmund erwartungsgemäß seine Grenzen aufgezeigt bekommen.

 |  NOEN, APA (EXPA/ROLAND HACKL)

"Ein Spiel zum Lernen", lautete der treffende Kommentar von Wolfsberg-Trainer Dietmar Kühbauer nach dem Ausscheiden in der dritten Qualifikationsrunde zur Fußball-Europa-League. Nur bis zur Halbzeit hatte seine Mannschaft "einigermaßen gut verteidigt".

Kurz nach der Pause leitete dann aber DFB-Star Marco Reus mit dem 1:0 das am Ende auch in dieser Höhe verdiente WAC-Debakel ein. "In der zweiten Hälfte sind wir nach dem schnellen Gegentor zusammengebrochen", sagte Kühbauer, dem vor allem der lupenreine Hattrick von Henrich Mchitarjan binnen 14 Minuten sauer aufstieß. "Mich ärgert, dass wir durch drei Weitschüsse Tore bekommen haben. Da müssen wir uns schon an der eigenen Nase packen, dass der dreimal so zum Schuss kommt."

"Wir waren heute definitiv nicht mutig"

Daneben kritisierte Kühbauer auch das fehlende Offensivspiel seiner Mannen, die im Gegensatz zur 0:1-Heimniederlage im Hinspiel diesmal nur zu einer einzigen Chance im gesamten Match kamen und damit abseits vom Cup in dieser Saison in Pflichtspielen weiter ohne Torerfolg sind. "Wir haben nicht nach vorne spielen können. Wir waren heute definitiv nicht mutig. Wenn einer den Ball führt, dann müssen sich andere Spieler anbieten. Das war heute nicht der Fall, deswegen haben wir den Ball so früh verloren und Dortmund konnte sein Spiel aufziehen."

Bereits am Sonntagabend (19.00 Uhr) wartet mit dem Gastspiel bei Rapid die nächste schwere Aufgabe auf die Kärntner. Trotzdem soll es im Happel-Stadion zumindest mit dem ersten Torerfolg der Wölfe klappen. Das Kühbauer-Team ist in der Liga schon seit 476 Minuten torlos.

Bei Dortmund ärgerte man sich indes über die ersten 45 Minuten. "Da haben wir kein gutes Spiel gezeigt, uns viel zu wenig bewegt und immer am falschen Fuß gespielt. In der Pause hat der Trainer dann die richtigen Worte gefunden", verriet Reus nach dem Match, das mit offiziell 65.190 Zuschauern laut UEFA einen neuen Rekord für eine Qualifikationsspiel in der Europa League brachte.

"Wir befinden uns auf einem guten Weg"

"In der ersten Halbzeit haben wir uns schwergetan, da hat unserer Positionsspiel nicht gepasst. Nach der Pause haben wir das viel besser gemacht und so zwischen ihre Linien spielen können", bemerkte Thomas Tuchel nach seinem erfolgreichen Pflichtspiel-Heimdebüt als BVB-Trainer. "Das war eine gute Reaktion mit vielen Toren, ich könnte nicht glücklicher sein. Wir befinden uns auf einem guten Weg."

Extralob gab es natürlich für Dreifach-Torschützen Mchitarjan. "Er ist ein absoluter Musterprofi. Sein Talent, seine Arbeitseinstellung und seine Höflichkeit dienen uns als Vorbild", schwärmte der Coach über den armenischen Fußball-Superstar, der als sehr sensibel und mitunter zu selbstkritisch gilt.

Es ist ein Verdienst von Tuchel, dass Mchitarjan noch immer beim BVB spielt. Noch beim Start in die Vorbereitung galt der Mittelfeldspieler als Transferkandidat. Dem Vernehmen nach setzte sich der neue BVB-Coach jedoch vehement für dessen Verbleib ein. Nicht zuletzt deshalb war Mchitarjan nach der Partie voll des Lobes für den Nachfolger von Erfolgstrainer Jürgen Klopp: "Er hat mir Mut gemacht. Nun versuche ich, ihm das auf dem Platz zurückzuzugeben."