Erstellt am 12. April 2014, 20:37

Kurz: Gas-Machtkampf als Chance. Die Drohungen aus Russland, die Gaslieferungen könnten vollständig oder zum Teil eingestellt werden, seien auch eine Chance für Europa. Das meinte Außenminister Kurz nach Angaben des "Kurier".

Er sprach sich dafür aus, die europäische Energiestrategie zu überdenken. "Wir steuern auf einen Energie-Machtkampf zwischen der EU und Russland zu", so der Außenminister.

"Russland versucht sich langfristig von Europa zu lösen"

Einerseits deckt die EU knapp 30 Prozent des Gasbedarfs aus Russland (Österreich sogar über 50 Prozent). Andererseits ist Europa für Russland mit Abstand wichtigstes Exportland für Energie, 60 Prozent der Gasexporte und 80 Prozent der Öl-Exporte gehen in die 28 EU-Staaten.

Kurz sieht einen Strategiewechsel in Moskau: "Russland versucht sich durch eine Kooperation mit China langfristig von der Abhängigkeit von Europa zu lösen. Umso mehr muss Europa in Energiefragen eigenverantwortlich werden." Jetzt müsse die Debatte in der EU intensiviert werden: "Das ist die Chance für Erneuerbare Energien in Europa. Diese muss man nutzen."

Für Kurz seien das die wesentlichen EU-Zukunftsfragen. "Im Bereich Gas müssen wir diversifizieren und die Erneuerbaren Energien ausbauen." Man dürfe nicht wie bisher alles auf eine Karte setzen, sondern trachten, Gas auch aus anderen Quellen zu beziehen, und schauen, welche anderen Energiequellen verfügbar sind." Atomkraft dürfe deshalb aber keine Alternative sein.

OMV versichert: Österreichs Gasversorgung auf Monate gesichert

Was die Konsequenzen für Österreich betreffen, ziehe er mit Wirtschaftsminister Mitterlehner an einem Strang. Bei den von Moskau angedeuteten möglichen Gas-Engpässen bei Lieferungen über die Ukraine handelt es sich laut Mitterlehner um mehr als nur Propaganda.

Die OMV versicherte, dass Österreichs Gas-Versorgung auf Monate gesichert sei. Europaweit sind laut EU-Kommission derzeit 37 Milliarden Kubikmeter Gas eingelagert - das entspricht fast der Hälfte der Speicherleistung.