Erstellt am 14. November 2016, 06:21

von APA Red

Doskozil plant massiven Ausbau der "Cyber-Abwehr". Die Segnungen des Informationszeitalters haben ihren Preis: Kaum eine Woche vergeht ohne Hackerangriffe auf internationale Konzerne oder öffentliche Institutionen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil plant daher einen massiven Ausbau der Cyber-Abwehr im Bundesheer.

Cyber-Attacken im Internet nehmen zu  |  APA (Symbolbild/dpa)

Bereits jetzt wehrt das Heer pro Jahr bis zu 300 Cyberangriffe ab, hundertausende verdächtige Aktionen werden registriert.

Apple, Microsoft & Co können ein Lied davon singen, und auch der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen wurde mit Sicherheit durch die Cyberangriffe auf die demokratische Partei mitbeeinflusst, hinter denen die USA Russland vermuten.

"Cyber-Angriffe sind eine immer größere Bedrohung nicht nur für öffentliche Institutionen und Unternehmen, sondern auch zunehmend für das Militär", meinte auch Doskozil, der sich gerade zu einem Arbeitsbesuch in Israel aufhält, am Montag. "Andere staatliche oder nichtstaatliche Akteure rüsten in diesem Bereich immer weiter auf. Wir müssen uns wappnen, denn wer hier keine eigenen Fähigkeiten aufbaut, bleibt militärisch in einem anderen Zeitalter stecken."

Der Ausbau der Cyber-Abwehr ist daher wesentlicher Teil von Doskozils Heeres-Reformplänen. Auch in Israel nimmt er an einer Internationalen Konferenz zu Homeland- und Cyber-Security teil.

Im Zug der Umstrukturierung des Bundesheeres wird daher ein eigenes Kommando für den Bereich Cyber-Abwehr geschaffen. Bis 2020 sollen dort und im Heeres-Abwehramt 250 bis 350 zusätzliche neue Mitarbeiter aufgenommen werden, im Endausbau sollen es 1.350 sein. Für ihre Ausrüstung mit Hard- und Software sollen bis 2020 mindestens 46 Millionen Euro in die Hand genommen werden, für neue Schulungszentren und Sanierungs- wie Adaptierungsmaßnahmen in bestehenden Anlagen weitere 13,5 Millionen.

Warum? Einerseits "hat das Informationszeitalter auch vor dem Militär nicht halt gemacht", verweist Doskozil auf das Offensichtliche. Computerisierung und Vernetzung fast aller militärischen Bereiche hätten zwar die eigenen Möglichkeiten verbessert, andererseits aber naturgemäß neue Verwundbarkeiten ergeben. "Der Cyberraum wurde als neue Dimension der militärischen Einsatzführung erkannt." Anderseits habe die Landesverteidigung im Bereich Cyber-Abwehr aber auch zusätzliche Aufgaben zu leisten, nicht zuletzt beim Schutz kritischer Infrastruktur - Stichwort Terrorabwehr - oder bei der Koordination in Krisenfällen.