Erstellt am 31. Mai 2015, 16:13

von APA/Red

Kopf-an-Kopf-Rennen von SPÖ, ÖVP und FPÖ bei Steiermark-Wahl. Bei der Landtagswahl in der Steiermark liefern sich SPÖ, ÖVP und FPÖ nach einer Hochrechnung der ARGE Wahlen für die APA (15.30 Uhr) ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

FPÖ-Spitzenkandidat Kunasek darf sich über satte Zugewinne freuen  |  NOEN, APA

 Laut dieser Hochrechnung, in die erste Grazer Sprengel-Ergebnisse mit einflossen, kommt die SPÖ auf 29,1 Prozent, die ÖVP auf 28,0 Prozent und die FPÖ auf 27,4 Prozent.

Die FPÖ erreicht laut der Hochrechnung (Auszählungsgrad 81 Prozent, inklusive Wahlkarten-Schätzung) einen Zugewinn von 16,8 Prozentpunkten (2010: 10,66 Prozent). Die SPÖ kommt auf Verluste von 9,2 Prozentpunkten (Ergebnis 2010: 38,26 Prozent). Die ÖVP erleidet ein Minus von 9,1 Prozentpunkten (2010: 37,19).

Die Grünen werden in dieser Hochrechnung mit einem Ergebnis von 6,6 Prozent ausgewiesen - ein Plus von 1,0 Prozentpunkten (2010: 5,55). Die KPÖ kommt demnach erneut auf 4,4 Prozent und würde damit erneut in den Landtag einziehen. Nicht im Landesparlament vertreten sein werden die NEOS sowie das Team Stronach mit jeweils 1,7 Prozent.

Hinsichtlich der Mandate prognostiziert die SORA-Hochrechnung derzeit 15 Sitze für die SPÖ. ÖVP und FPÖ würde auf 14 Mandate kommen. Die Grünen erringen demnach drei Mandate, die KPÖ bleiben bei ihren zwei Sitzen.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Max Lercher sprach in einer ersten Reaktion von einem "für uns schmerzlichen Ergebnis". Die Analyse werde man erst am Montag in den Parteigremien machen und danach beurteilen. Landeshauptmann Franz Voves, der angekündigt hatte bei unter 30 Prozent zurückzutreten, werde zu seinen Angelegenheiten selber Stellung nehmen, sagte Lercher.

"Mit dem Ergebnis haben wir in keinster Weise gerechnet", meinte der Landesgeschäftsführer. Er hielt das Ausländer-Thema für einen Schwerpunkt im Wahlkampf: "Da haben wir wohl nicht so gepunktet", versuchte er erste Ursachen für das schlechte Abschneiden der SPÖ und den großen Zuwächsen der FPÖ zu nennen.

Schockierte Reaktionen löste das gewaltige Plus der Blauen auch bei der ÖVP aus. "Der Gewinn der Freiheitlichen muss seine Gründe haben", und diese seien in der Asylpolitik zu finden, meinte Landesrat Christopher Drexler .

Es gebe "klare Verluste insbesondere für die SPÖ, aber auch die ÖVP", gemeinsam seien den Regierungsparteien ungefähr 60 Prozent prognostiziert worden, "und knapp drunter ist es". Gefragt, ob Hermann Schützenhöfer Parteiobmann bleiben solle, verwies Drexler - selbst oft als Nachfolger gehandelt - darauf, dass es noch kein Ergebnis gebe. Aber: "Meines Erachtens sitzt er völlig fest im Sattel."

"Es ist ein Zuwachs, über den wir uns natürlich freuen", erklärte der Grüne Landesgeschäftsführer Wolfgang Rabak in einer Reaktion auf die erste Hochrechnung. Das Wahlziel von mindestens zehn Prozent wurde nicht erreicht. Man habe die Stimmung im Land in den letzten Wochen natürlich mitbekommen, betonte Rabak und meinte weiter: "Es hilft nichts, wenn man auf der Suche nach Menschlichkeit den Kopf in den Sand steckt."

Auch Josef Kaltenegger vom Team Stronach hat im Wahlkampf gespürt, "dass was im Busch ist", konnte das aber nicht ganz für sich nutzen: "Wir hatten als junge Partei den Nachteil, dass wir wenig Zeit für einen guten Wahlkampf hatten." Er hoffe nun auf eine Konzentrationsregierung. Er und Parteigründer Frank Stronach seien "entspannt": "Wir haben alles gegeben." Die Partei werde es in der Steiermark jedenfalls weiter geben.

Uwe Trummer, Spitzenkandidat der NEOS, hatte nach der ersten Hochrechnung die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch noch in den Landtag einzuziehen. Das Ergebnis aus Graz stand noch aus, die Chance sei aber eher gering. Er sah als eine Ursache für das Scheitern die Vorverlegung des Wahltermins: "Der hat uns doch am falschen Fuß erwischt." Dennoch wolle man weiter alles geben und "für mehr Freiraum" in der Steiermark arbeiten.