Erstellt am 21. September 2014, 07:05

von APA/Red

Vorarlberg wählt einen neuen Landtag. Die mit besonderer Spannung erwartete Vorarlberger Landtagswahl hat begonnen: Um 7.00 Uhr früh öffneten in 17 der 96 Vorarlberger Gemeinden die Türen der Wahllokale.

Im Mittelpunkt der Wahl steht die Frage, ob die ÖVP ihre absolute Mandatsmehrheit wird halten können. Von Meinungsforschern wurde das im Vorfeld wiederholt angezweifelt. Interessant ist die Wahl nicht nur für die Vorarlberger. Denn sie ist die erste unter dem erst vor Kurzem installierten neuen ÖVP-Bundesparteichef Reinhold Mitterlehner - und die erste Landtagswahl seit der Nationalratskür vor einem Jahr.

Die Wahllokale haben in Vorarlberg traditionell nur bis 13.00 Uhr geöffnet, gegen 14.00 Uhr wird es auch bereits die ersten Hochrechnungen geben. Ein vorläufiges Endergebnis wird für den späten Nachmittag erwartet, darin noch nicht enthalten sind etwa zehn Prozent der Briefwahlkarten. Das Endergebnis mit allen Briefwahlkarten wird am Dienstag vorliegen.

Wird Volkspartei absolute Mehrheit halten können?

Zur Stimmabgabe in den vier Wahlkreisen (diese sind in Vorarlberg ident mit den Bezirken) sind 267.103 Wahlberechtigte aufgerufen, darunter 253 Auslandsvorarlberger. Sie können sich zwischen neun Parteien und Listen entscheiden: Zwischen der ÖVP (Spitzenkandidat Markus Wallner), der FPÖ (Dieter Egger), den Grünen (Johannes Rauch), der SPÖ (Michael Ritsch), den NEOS (Sabine Scheffknecht), der Männerpartei (Hannes Hausbichler), den Piraten (Friedrich Gsellmann), der Christenpartei (Erwin Dünser) und "WIR - Plattform für Familien" (Christoph Alton). Außer den NEOS wird allen Umfragen zufolge keiner der kleinen Gruppierungen ein Einzug in den Landtag zugetraut.

Den im Vorfeld der Wahl veröffentlichten Umfragen zufolge wird die Volkspartei ihre absolute Mehrheit (50,79 Prozent/20 Mandate) kaum noch halten können. Zugewinne werden den Grünen prophezeit, die NEOS sehen Umfragen nach der Wahl im Landtag. Spannend wird, ob die SPÖ ihren vierten Platz wird halten können oder von den Pinken von diesem Platz verdrängt wird.

Für die Sozialdemokraten wäre das eine erneute Niederlage, 2009 verloren sie bereits 6,9 Prozentpunkte (drei Mandate) und erhielten nur 10,02 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft im Ländle dürfte unbestritten die FPÖ bleiben. Sie erreichte 2009 25,12 Prozent der Stimmen (neun Mandate). Die Grünen verbuchten 2009 10,58 Prozent der Stimmen (vier Mandate) für sich. Verliert die ÖVP ihre absolute Mehrheit, wird sie sich einen Regierungspartner suchen müssen. Am ehesten kommen hierfür die Freiheitlichen und die Grünen infrage.