Erstellt am 01. Oktober 2016, 13:29

von APA Red

Kurz als VP-Spitzenkandidat möglich, aber nicht aktuell. ÖVP-Generalsekretär Werner Amon hält eine Spitzenkandidatur von Außenminister Sebastian Kurz bei der nächsten Nationalratswahl für möglich.

Generalsekretär lässt Obmannwechsel vor der Wahl offen  |  APA

"Ja, das ist eine Möglichkeit. Aber ich gehe einmal davon aus, dass der jetzige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner der Spitzenkandidat ist", so Amon Samstag im ORF-Radio.

Nachsatz Amons: "Sollte irgendwann, wenn die Wahl herannaht, der Bundesparteivorstand bei uns eine andere Entscheidung treffen, dann wird das die Öffentlichkeit rechtzeitig erfahren." Derzeit sei diese Entscheidung aber nicht aktuell und zwischen Mitterlehner und ihn passe kein Blatt, versicherte der VP-Generalsekretär.

Kritik übte Amon am SPÖ-nahen Verfassungsrichter Johannes Schnizer wegen dessen Aussagen zur Aufhebung der Bundespräsidenten-Stichwahl. Damit sei dem Verfassungsgericht kein guter Dienst erwiesen worden. "Ich halte es nicht für hilfreich, wenn einzelne Richter an die Öffentlichkeit gehen und Privatmeinungen äußern", so Amon.

Zu den Personalien Amon und Kurz äußerte sich am Wochenende auch ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm. Diese zeigte sich über Amon als neuen Generalsekretär glücklichm, handle es sich bei Amon für sie doch um einen "fundierten Parteimenschen". Amon sorge für Stabilität und "weiß wo es hingeht": "Wir sind zur Zeit sehr gut aufgestellt". Nun liege es am Koalitionspartner SPÖ und es brauche gemeinsame Anstrengungen, denn die Bevölkerung warte auf Umsetzungen, nicht auf Medienauftritte, so Schittenhelm in Richtung Koalition.

Zu einer etwaigen Übernahme des Parteivorsitzes durch den jetzigen JVP-Chef Sebastian Kurz meinte sie im Gespräch mit der APA: "Alles hat seine Zeit." Mitterlehner nehme entsprechende Ablösegerüchte jedenfalls "gelassen und kühl". Der Obmann sei "korrekt und fachlich versiert", er setze sich dafür ein, "dass in der Sache was weitergeht". "Gscheite Zurufe" aus der Partei hingegen seien überflüssig und würden nur "zehren": "Das ist nicht sehr fein".

"Personalgeschichten" lasse Mitterlehner aber ohnehin nicht an sich heran. Kurz wiederum bezeichnete die Frauenchefin als "Naturtalent" und "ausgezeichneten" Außenminister: "Alles hat seine Zeit", so Schittenhelm angesprochen auf Aussagen etwa vom steirischen Landesparteichef Hermann Schützenhöfer. Dieser hatte den JVP-Chef unlängst als "Trumpf-Ass" der ÖVP bezeichnet.