Erstellt am 01. September 2014, 10:08

von APA/Red

Lawrow dementierte Militärintervention. Russland bestreitet weiterhin ein militärisches Engagement im Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und der Armee in der Ostukraine.

Es werde keine russische Militärintervention in der Ukraine geben, betonte Außenminister Sergej Lawrow am Montag. Zugleich forderte er eine sofortige und bedingungslose Waffenruhe in dem Konflikt.

Die Waffenruhe werde auch Thema der Gespräche der Ukraine-Kontaktgruppe am Montag in Minsk sein, sagte Lawrow. Gleichzeitig fordert er die ukrainischen Truppen auf, Positionen zu räumen, von denen aus sie auf zivile Ziele feuern können. Zuvor war im Asowschen Meer ein ukrainisches Marineboot nach Beschuss durch Rebellen gesunken, zwei Seeleute wurden vermisst.

"Direkte und offene Aggression" gegen Ukraine

Die ukrainische Armee hat sich unterdessen nach Angaben aus Kiew am Montag Kämpfe mit einem russischen Panzerbataillon am Flughafen der umkämpften ostukrainischen Stadt Lugansk geliefert. Ukrainische Fallschirmjäger seien im Einsatz, um den Flughafen gegen die russischen Panzer zu verteidigen, teilte der ukrainische Militärsprecher Leonid Matjuchin auf seiner Facebook-Seite mit.

Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hatte am Sonntagabend dem Fernsehsender Inter gesagt, dass russische Truppen in Donezk und Lugansk präsent seien. Es waren die jüngsten Vorwürfe gegen Moskau, direkt militärisch in der Ukraine aktiv zu sein. Präsident Petro Poroschenko betonte am Montag, die Ereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass Russland "eine direkte und offene Aggression" gegen die Ukraine begonnen habe

Moskau hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen, Soldaten zum Kampf an der Seite der Separatisten in die Ukraine geschickt zu haben. Allerdings waren erst in der vergangenen Woche zehn russische Fallschirmjäger auf ukrainischem Territorium festgenommen worden.

Gespräche über sofortige, bedingungslose Waffenruhe

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine wollen bei einem Treffen der Kontaktgruppe in Minsk am Montag erneut auf Anerkennung eines unabhängigen Staates in der Ostukraine drängen. Bei den am frühen Nachmittag geplanten Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt solle es auch um eine Waffenruhe und den Austausch von Gefangenen gehen, sagte Separatistenführer Andrej Purgin.

Der "Vize-Premierminister" der nicht anerkannten "Volksrepublik" Donezk erklärte, dass er an dem Treffen der Kontaktgruppe teilnehmen werde. Die Gruppe besteht aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor gesagt, dass in Minsk über eine sofortige und bedingungslose Waffenruhe gesprochen werden solle.