Erstellt am 21. April 2016, 22:45

von APA/Red

Letzte Geplänkel bei Elefantenrunde. Die sechs zur Bundespräsidentenwahl antretenden Kandidaten haben sich am Donnerstagabend in der Elefantenrunde des ORF einen letzten Abtausch ihrer Positionen geliefert.

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Großteils ging der Abend staatstragend ab. Angriffe gab es aber auch: Von Andreas Khol (ÖVP) gegen Irmgard Griss, von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer auch gegen die anderen und von Baumeister Richard Lugner gegen Rot-Schwarz.

Khol nahm gleich die erste Runde zum Anlass, um Griss den Wunsch nach dem Hereinwinken weiterer 90.000 Flüchtlinge zu attestieren. "Sie überholen Van der Bellen links", so der ÖVP-Kandidat. Diese sprach von einer böswilligen Unterstellung. "Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut."

Ihr sei ein fairer Umgang miteinander wichtig, Polarisierung und die Suche nach Schwächen des Gegners sei überflüssig. Dass sie "irgendeine Sympathie für das Naziregime hegen könnte", wie ihr zuletzt aufgrund einer Interviewäußerung unterstellt wurde, wies Griss vehement zurück. Khol betonte, als Präsident ein Brückenbauer sein zu wollen.

"Sie werden sich wundern"

Sanft versuchte sich Hofer zu geben. "Von Rambo bin ich weit entfernt", unterstrich er, betonte aber bald, ein aktiver Bundespräsident sein zu wollen - und zwar gegen einen EU-Beitritt der Türkei und vor allem für die Österreicher. "Sie werden sich wundern, was alles gehen wird." Der Grüne Alexander Van der Bellen zeigte sich von dieser Andeutung wenig begeistert.

"Ich möchte mich nicht wundern", so sein Kommentar. Eine FPÖ-geführte Regierung bezeichnete er in Bezug auf Europa als Schaden, den er nach bestem Wissen und Gewissen von Österreich abzuwenden versuchen werde. "Das ist für meine Wähler sehr wichtig."

 "Samma zwa Ehrliche"

SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer versprach eine sachorientierte Politik. "Ein Populist, das bin ich nicht." Mit der Repräsentation hätte er hingegen kein Problem, besuche er doch alljährlich sehr gerne eine große Zahl an Bällen. Für Lacher sowohl im Publikum als auch bei seinen Widersachern sorgte er mit seiner Beteuerung, das Parteibuch der von ihm bestellten Spitzenbeamten nicht zu kennen.

Lugner versuchte die Unabhängigkeit Griss' ("ein bisserl rosa ist sie aber schon") und Van der Bellens, den er nach seiner Parteimitgliedschaft fragte, in Zweifel zu ziehen. Er wetterte gegen die "Zweiparteiendiktatur" von SPÖ und ÖVP und kritisierte die hohen Ausgaben für das Bundespräsidentenamt.

"Ich würde es um 500.000 Euro billiger machen", versprach er. Von Hofer bekam Lugner als einziger Ehrlichkeit attestiert. "Samma zwa Ehrliche", freute sich der Baumeister.