Erstellt am 24. Mai 2014, 15:44

Letzte Kraftanstrengungen im EU-Wahlkampf. Die Spitzenkandidaten für die EU-Wahl haben auch den Tag vor dem Urnengang noch genützt, um potenzielle Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

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Speziell auf den Wiener Märkten tummelten sich die Listenersten, um bei sonnigem Wetter ihre Botschaften unters Volk zu bringen.

Mittlerweile traditionell für rote Spitzenkandidaten ist der Samstag vor der Wahl für einen Besuch am Wiener Viktor Adler-Markt reserviert, den in den Tagen davor auch schon die Freiheitlichen und "Europa anders" beehrt hatten. Unterstützt etwa von Kanzlergattin und Gemeinderätin Martina Faymann sowie Finanzstadträtin Renate Brauner (beide SPÖ) warb Spitzenkandidat Eugen Freund bei der mit schwungvoller Live-Musik umrahmten Kundgebung dafür, morgen zur Wahl zu gehen, um einen "Richtungswechsel" zu erreichen.

Davon will die ÖVP logischerweise nichts wissen, ist doch die EVP derzeit stärkste Kraft im Europaparlament und hat auch die Volkspartei in Österreich ihre Position als Europapartei Nummer eins zu verteidigen. Entsprechend warf sich auch Spitzenkandidat Othmar Karas am Samstag wieder in die Schlacht, um unter anderem bei den Besuchern des Rochusmarkts und des Museumsquartiers einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Strache ruft per Videobotschaft zur Wahl auf

Außenseiter-Chancen auf Platz eins haben die Freiheitlichen, für die ihr Obmann Heinz-Christian Strache via "youtube" zur Stimmabgabe für die Freiheitlichen aufrief. Denn nur eine Stimme für die FPÖ tue den "Eurokraten" weh.

Wer zuhause bleibe, stärke nur den Ausverkauf Österreichs: "Deshalb unbedingt wählen gehen." Spitzenkandidat Harald Vilimsky wird Strache dann in die Lugner City begleiten, wo sich die meisten Spitzenkandidaten in Interviews Baumeister Richard Lugner stellen, auch das schon Vorwahltagsfolklore in Österreich.

Grüne am Donaukanal

Bevor es dazu in den Einkaufstempel in Rudolfsheim-Fünfhaus ging, tankten die Grünen noch ein wenig Sonne. Ihr Abschluss-Event vor rund 100 Interessierten fand am Donaukanal statt und wie Strache betonte auch Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig, wie wichtig es sei, dass die Menschen auch tatsächlich zur Wahl gehen.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek wiederholte ihrerseits die Wahlkampfdauerbrenner Ökologie, Energiewende, Lebensmittelsicherheit, Sozial- und Menschenrechtspolitik und versicherte, dass ihre Partei für ein stärkeres Europa stehe. Gleiches machte am Samstag auch wieder Angelika Mlinar für die NEOS klar.

Schon recht aufgeregt ist man bei "Europa anders", dem Wahlbündnis aus Kommunisten, Piraten und Wandel, hat man doch laut Umfragen im Gegensatz zu den anderen Kleinparteien gewisse Chancen, an die Fünf-Prozent-Hürde heranzurücken.

Von diesen Prognosen bestärkt überlegt man nun, auch bei künftigen gemeinsamen Urnengängen eine Allianz zu gründen, wie am Samstag bei einer kurzfristig angesetzten Abschluss-Pressekonferenz am Wiener Yppenmarkt kundgetan wurde. Die Hoffnung auf seinen Wiedereinzug lebt jedenfalls bei Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser: Die Sensation sei "in greifbarer Nähe".