Erstellt am 26. September 2014, 10:04

von APA Red

Lokalaugenschein nach Bärenangriff. Nach dem Angriff eines Braunbären auf einer Alm am Schwarzenberg bei Thomatal im Lungau am Dienstag, bei dem ein rund 70-jähriger Landwirt leicht verletzt worden ist, führt Bärenanwalt Georg Rauer am Freitag am Ort des Geschehens einen Lokalaugenschein durch.

Franz Wieser, Sprecher des für Jagd und Wildtiere zuständigen Landesrates Josef Schwaiger, schilderte am Freitag gegenüber der APA die Einzelheiten der Begegnung des Bauern mit dem Bären.

Bewegungslos liegen geblieben: Bär verlor Interesse

Der Landwirt hatte demnach bemerkt, dass bei seinen Tieren auf der Alm Unruhe herrscht. Als er nachschauen wollte, stand plötzlich der offenbar ausgewachsene Bär vor ihm, so der Landwirt. Der Mann ging daraufhin mit langsamen Schritten rückwärts, stolperte dabei aber, fiel hin und verletzte sich leicht.

Daraufhin setzte sich der Lungauer wieder auf, und in diesem Augenblick verpasste ihm das Wildtier mit der Pranke einen leichten Hieb auf die Wange. Der Bauer ging erneut zu Boden und war danach leicht benommen. In der Folge blieb er bewegungslos liegen, bis der Bär das Interesse an ihm verlor und das Weite suchte.

"Er hat ganz richtig reagiert, genau so, wie es Experten empfehlen", sagte Wieser. Der Landwirt hat den Zwischenfall leicht verletzt überlebt, eine Behandlung in einem Krankenhaus war nicht notwendig.

Bezirkshauptmannschaft legte auch elektronische Broschüre auf

Bärenanwalt Rauer wird sich heute an Ort und Stelle ein Bild machen, nach allfälligen Spuren Ausschau halten und mit dem Landwirt sprechen. Dass sich derzeit ein Bär im Lungau aufhält, war bisher gar nicht bekannt. "Es kann sein, dass sich aufgrund der Medienberichte jetzt weitere Menschen melden, die Beobachtungen gemacht haben", meinte der Sprecher. Auch um welchen Bären es sich handelt, steht zurzeit noch nicht fest.

Rauer wird nach seinen Erhebungen am Freitagnachmittag - voraussichtlich um 16.00 Uhr - die Medien bei einem Pressegespräch in Salzburg gemeinsam mit Landesveterinärdirektor Josef Schöchl über den aktuellen Stand informieren, kündigte Wieser an.

Da der Zwischenfall seinen Angaben zufolge doch zu einer gewissen Verunsicherung in der Bevölkerung geführt hat, steht nun Information auf der Agenda. Die Bezirkshauptmannschaft habe inzwischen eine Broschüre aufgelegt, die auch in elektronischer Form erhältlich sei. Auch mit den Gemeinden werde Kontakt aufgenommen, damit diese ebenfalls zur Information beitragen können. Zudem hat Schwaiger die Einrichtung eines Bären-Informations-Telefons angeordnet, das auch über das Wochenende in Betrieb sein soll.