Erstellt am 12. Mai 2015, 22:22

von APA Red

Luftangriffe im Jemen vor geplanter Feuerpause. Im Jemen ist am späten Dienstagabend (22.00 Uhr MESZ) eine fünftägige humanitäre Feuerpause in Kraft getreten. Die vorübergehende Einstellung der Kampfhandlungen war von Saudi-Arabien Ende letzter Woche angekündigt worden.

Nur wenige Stunden vor der Waffenruhe griffen Saudi-Arabien und seine Verbündeten erneut Houthi-Rebellenan.

Im Norden der Hauptstadt Sanaa seien drei Angriffe auf einen Armee-Stützpunkt geflogen worden, dessen Soldaten aufseiten der Rebellen stünden, berichteten Anrainer. Auch in der Hafenstadt Aden habe die Allianz erneut Houthi-Stellungen bombardiert. Einheimische Milizen kämpfen dort und im gesamten Süden des Landes gegen die schiitischen Rebellen, die nach wie vor weite Teile des Landes kontrollieren.

Mehr als sechs Wochen nach Beginn der Luftangriffe, mit denen Saudi-Arabien und seine sunnitischen Verbündeten die vom Iran unterstützten Houthis zurückdrängen wollen, droht den Menschen im Land nach Angaben von Hilfsorganisationen eine Katastrophe. Der Jemen war schon vor den Kämpfen eines der ärmsten Länder der Welt. Der gewählte Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi hat sich nach Saudi-Arabien abgesetzt.

Ob die angekündigte Waffenruhe hält, kann man noch nicht wissen. Die Zivilbevölkerung leidet stark unter den Angriffen: Häuser wurden zerstört, Stromausfälle sind häufig, Treibstoff und Gas sind Mangelware. Die Menschen fliehen in Massen aus den betroffenen Gebieten.

Die Feuerpause soll vor allem dazu dienen, um Hilfslieferungen für die Bevölkerung auf den Weg zu bringen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR brachte bereits Nothilfe-Kits für 60.000 Menschen - bestehend aus Decken, Schlafsäcken und Küchen-Utensilien - in den jemenitischen Rotmeer-Hafen Hodeida, wie die Organisation am Dienstag mitteilte. Die Hilfslieferungen würden aufgestockt, sobald die Waffenruhe Gestalt annimmt.

Nach UNHCR-Angaben wurden seit Beginn der Luftangriffe 300.000 Jemeniten zu Flüchtlingen im eigenen Land. Zu diesen kämen weitere 330.000 Menschen hinzu, die bei früheren Konflikten aus ihren Wohnorten flohen, sowie 250.000 Somalier, die eigentlich nach Europa wollten, aber nun im Jemen festsitzen.

Die schiitischen Houthi-Rebellen hatten sich zur Einhaltung der Waffenruhe bereit erklärt. Die Feuerpause soll vor allem dazu dienen, um Hilfslieferungen für die unter Krieg und Bombardierungen leidende Bevölkerung auf den Weg zu bringen. 

Im südarabischen Land kämpfen Houthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbu Mansour Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Houthis. Vor Beginn der Waffenruhe am Dienstag verstärkte Riad die Luftangriffe auf Ziele in Sanaa.