Erstellt am 03. Dezember 2014, 19:36

von APA/Red

Lufthansa-Angebot im Tarifstreit mit Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hält an ihrem für Donnerstag angekündigten Streik auf den Langstreckenverbindungen der AUA-Mutter Lufthansa fest.

Das am Mittwoch vom Unternehmen unterbreitete Schlichtungsangebot zu den Übergangspensionen werde in der kommenden Woche von der Tarifkommission geprüft, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg.

Streiks seien mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage weiterhin möglich. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens hatte gleichzeitig mit dem Schlichtungsangebot betont, dass das Unternehmen weiterhin keine allein arbeitgeberfinanzierte Übergangspensionen für Berufseinsteiger will.

VC hat für Donnerstag zu einem neuen Streik auf Langstrecken- sowie Frachtflügen von 3 Uhr bis Mitternacht aufgerufen. Es wäre der mittlerweile zehnte Streik der Flugzeugführer in diesem Jahr.

AUA setzt größere Flugzeuge ein

Die AUA wird ihrer Konzernmutter Lufthansa auch morgen wieder aushelfen, indem sie auf sechs Flügen wieder größere Flugzeuge einsetzen wird, um von Lufthansa-Ausfällen betroffene Passagiere transportieren zu können. Insgesamt sei der Donnerstag weniger kritisch, weil vorrangig der Frachtverkehr vom Streik betroffen sei, so ein AUA-Sprecher. Weil aber auch der Passagierverkehr auf der Langstrecke betroffen sei, werde man morgen einige Passagiere - es handle sich um rund 200 Sitzplätze - auf die AUA-Langstrecke umbuchen. Wenn z.B. ein Flug von Frankfurt nach New York gestrichen sei, dann könnten die betroffenen Passagiere aus Frankfurt über Wien nach New York fliegen.

Der Aufsichtsrat der Lufthansa hat indessen am Mittwoch für das Konzept der neuen Billig-Langstrecken-Fluglinie Eurowings grünes Licht gegeben, sagte Konzernchef Carsten Spohr. Geplant sei der Start ab Ende 2015 mit drei Flugzeugen ab Köln - später solle die Flotte auf sieben Maschinen erweitert werden.

Unter der einheitlichen Dachmarke Eurowings will der Lufthansa-Chef sämtliche Billigflug-Aktivitäten des Konzerns bündeln und ohne allzu teure Piloten auf vielen Märkten Europas präsent sein. Dafür wirft er die erst 2013 mühsam etablierte Marke Germanwings weg und riskiert eine weitere Eskalation im Streit mit der Belegschaft.