Erstellt am 10. November 2015, 11:43

von APA/Red

Lufthansa klagt gegen Streik. Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa will den laufenden Streik der Flugbegleiter von Gerichten verbieten lassen.

 |  NOEN, APA (dpa)

Das Unternehmen habe bei den Arbeitsgerichten Düsseldorf und Darmstadt einstweilige Verfügungen gegen den laufenden Ausstand der deutschen Flugbegleitergewerkschaft Ufo beantragt, sagte ein Lufthansa- Sprecher am Dienstag zu Reuters. 

Ufo streikt seit Freitagnachmittag und will den Ausstand bis Ende der Woche fortführen. Es ist der längste Streik in der Lufthansa-Geschichte. Der Clinch zwischen Gewerkschaft und Unternehmen um die Altersversorgung für die 19.000 Stewards und Stewardessen zieht sich bereits seit zwei Jahren hin.

Ein nachgebessertes Angebot des Unternehmens hatte keine Bewegung in den Konflikt gebracht. Die Stewards und Stewardessen setzten am Dienstag in Frankfurt, München und Düsseldorf wie geplant ihren Arbeitskampf fort und ließen 126 Interkontinentalflüge ausfallen. Auch zehn Europa-Verbindungen wurden gestrichen.

Das von Lufthansa vorgeschlagene Spitzengespräch zwischen Unternehmenschef Carsten Spohr und dem Ufo-Vorsitzenden Nicoley Baublies kommt nach Angaben beider Seiten nicht zustande. Es war an die Bedingung geknüpft, den Streik sofort zu beenden. Das ist nach Worten von Baublies keine Option für die deutsche Gewerkschaft Ufo. Die Lufthansa müsse eine bereits einmal zugesagte Altersversorgung auch für Neueingestellte anbieten, der eine realististische Zinsentwicklung zugrunde liege.

Um den seit Freitag laufenden Ausstand so schnell wie möglich zu beenden, habe man das Angebot der Einmalzahlung beim Gehalt um 1.000 auf 3.000 Euro erhöht, berichteten die Lufthansa-Vorstände Bettina Volkens und Karl Ulrich Garnadt am Montag nach einer Krisensitzung der Konzernführung. Auch sollen die Flugbegleiter wieder ab 55 mit den bisherigen Leistungen in den Vorruhestand gehen können, und nicht wie bisher vorgeschlagen ab 56. Neuen Flugbegleitern wolle man eine Altersversorgung auf dem Niveau anderer Dax-Konzerne bieten. Garnadt wies darauf hin, dass bei steigenden Kosten Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden müssten.

"Das Angebot bringt minimale Verbesserungen und wird dazu noch mit einer Drohung verbunden. So funktioniert das nicht", sagte der Chef der Gewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, in einer ersten Reaktion. Man werde den Streikaufruf für Dienstag deswegen nicht verändern. Gesprächen wolle man sich aber nicht verschließen. Die Gewerkschaft hat angekündigt, den Streik noch bis einschließlich Freitag dieser Woche fortzusetzen.

Nach einem flächendeckenden Streik der Flugbegleiter für alle Flugzeugtypen am Montag hat die Gewerkschaft UFO für Dienstag zu einem etwas abgeschwächten Arbeitskampf aufgerufen. An den zentralen Drehscheiben München und Frankfurt sollen nur die Langstreckenflieger bestreikt werden. In Düsseldorf bleibt es wie in den Tagen zuvor dabei, dass der Arbeitskampf auch Kurz- und Mittelstrecken einschließt.

UFO-Chef Baublies hielt der Unternehmensleitung "Angstschürerei" vor, die nur zu einer noch entschlosseneren Haltung des Personals führe. "Ich habe den Eindruck, der Bogen der Angstmacherei wurde überspannt und könnte jetzt in Wut umschlagen."