Erstellt am 04. Dezember 2014, 09:51

von APA/Red

Pilotenstreik auf Fernflügen begonnen. Bei der Lufthansa hat in der Nacht auf Donnerstag eine weitere Streikwelle begonnen. Seit 03. Uhr bestreiken die Piloten die Fern- und Frachtflüge der Airline.

Wegen des Streiks, der bis Mitternacht dauert, annullierte die Lufthansa am Donnerstag jeden zweiten Interkontinental-Abflug. Von den ursprünglich geplanten 72 Langstreckenabflügen in Frankfurt und München sollten noch 35 starten.

"Betroffen sind die Flughäfen in Frankfurt, München und Düsseldorf", sagte ein Sprecher der Lufthansa Donnerstagfrüh. Die Hälfte der Langstreckenflieger solle trotz des Streiks abheben, teilte das Unternehmen mit. Lufthansa Cargo will 9 von 15 Frachtflügen ab Frankfurt starten lassen.

Lufthansa-Tochter Germanwings nicht betroffen

Die Flüge werden größtenteils mit Piloten besetzt, die sich freiwillig zum Dienst gemeldet haben. Kurz- und Mittelstreckenflüge sowie die Lufthansa-Tochter Germanwings sind von der Arbeitsniederlegung diesmal ausgenommen.

Die AUA wird ihrer Konzernmutter Lufthansa wieder aushelfen. Auf sechs Flügen sollen größere Flugzeuge eingesetzt werden, sagte AUA-Sprecher Peter Thier am Mittwoch. Insgesamt sei der Donnerstag weniger kritisch, weil vorrangig der Frachtverkehr vom Streik betroffen sei, so der Sprecher.

Weil aber auch der Passagierverkehr auf der Langstrecke eingeschränkt sei, werde man einige Passagiere – es handelt sich um rund 200 Sitzplätze – auf die AUA-Langstrecke umbuchen. Wenn z.B. ein Flug von Frankfurt nach New York gestrichen sei, dann könnten die betroffenen Passagiere aus Frankfurt über Wien nach New York fliegen.

Übergangspensionen: 5.400 Piloten betroffen

Die Vereinigung Cockpit (VC) hält am dem Ausstand fest, obwohl die Lufthansa am Mittwoch eine Schlichtung in dem Dauerstreit angeboten hat. In dem Tarifkonflikt geht es um die von Streichung bedrohten Übergangspensionen von rund 5.400 Piloten bis zum Ruhestand. Die Gewerkschaft will das Angebot aber erst in der kommenden Woche prüfen.

Die Streiks der Flugkapitäne kommen der deutschen Wirtschaft indes nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung teuer zu stehen. Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), erklärte, der Schaden könne sich nach einigen Streiktagen auf bis zu 25 Mio. Euro täglich belaufen.

Die Streikwelle der Lufthansa-Piloten läuft bereits seit April. Die mittlerweile neunte Streikrunde ging erst am Dienstag zu Ende. Von rund 1.400 Flugausfällen waren laut Lufthansa 150.000 Passagiere betroffen. Cockpit kündigte an, nach den Streiks am Donnerstag seien weitere Arbeitsniederlegungen mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage möglich.

Pläne zur Billigfluglinie bestehen weiterhin

Trotz der Streiks hatte die Lufthansa am Mittwoch einen massiven Ausbau ihres Billigangebots auf den Weg gebracht. Damit will der Konzern im harten Preiskampf anderen europäischen Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet die Stirn bieten.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens billigte am Mittwoch ein Konzept von Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Dabei setzt der Konzern komplett auf die Marke Eurowings. Die bereits bestehende Tochtergesellschaft erhält größere Flugzeuge und soll künftig kostengünstige Direktflüge sowohl innerhalb Europas als auch auf der Langstrecke anbieten.