Erstellt am 26. Juni 2015, 13:14

Mann bei Islamisten-Anschlag in Frankreich enthauptet. Bei einem offensichtlich islamistischen Anschlag in einer Fabrik in Frankreich ist ein Mensch enthauptet worden. Zwei Menschen wurden bei dem Angriff leicht verletzt.

 |  NOEN, APA (epa)

Ein Attentäter wurde festgenommen. Der 30-Jährige sei dem Inlandsgeheimdienst DGSI bekannt, berichtete die Lokalzeitung "Le Dauphine Libere". Nach einem möglichen Komplizen wird gefahndet. Am Zaun des US-Unternehmens Air Products, das Gas- und Chemieprodukte für die Industrie herstellt, wurde später der vom Körper abgetrennte Kopf des Opfers gefunden. Er war mit arabischen Schriftzeichen bedeckt.

"Laut den ersten Ermittlungsergebnissen sind eine oder mehrere Personen mit einem Fahrzeug auf die Fabrik zugerast, dann gab es eine Explosion", sagte ein Ermittler. Mindestens ein Angreifer sei auf das Gelände vorgedrungen, er habe eine islamistische Fahne in der Hand gehabt und mehrere Gasflaschen in der Fabrik in Saint-Quentin-Fallavier südöstlich von Lyon in die Luft gesprengt. Laut Schilderungen in französischen Medien sollen der oder die Täter die Gasflaschen mit einem Auto gerammt haben.

Ein Verdächtiger wurde nach dem Anschlag von der Polizei gefasst. Geprüft wird, ob der Mann alleine handelte oder ob es Mittäter gibt. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Auch das deutsche Bundeskriminalamt schaltete sich ein und tauschte sich mit den französischen Kollegen aus, hieß es in Berlin.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls ordnete an, "sofort" in der gesamten ostfranzösischen Region Rhone-Alpes die Sicherheitsvorkehrungen für Einrichtungen zu verstärken, die gefährdet sein könnten. Innenminister Bernard Cazeneuve wollte sich umgehend zum Anschlagsort begeben.

Staatschef Francois Hollande, der sich beim EU-Gipfel in Brüssel aufhielt, wollte nach Angaben des Elysee-Palasts am frühen Nachmittag nach Frankreich zurückkehren. Für 15.00 Uhr wurde eine Sitzung des Verteidigungsrates im Elysee-Palast anberaumt.

Frankreich war erst vor knapp einem halben Jahr durch die islamistische Anschlagsserie von Paris erschüttert worden: Im Jänner töteten drei Islamisten bei Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo", auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt im Großraum Paris insgesamt 17 Menschen.