Erstellt am 17. Juli 2016, 15:31

Davis-Cup: Jürgen Melzer glich zum 2:2 aus. Jürgen Melzer hat mit einer unerwarteten Kraftleistung sein erstes wichtiges Match seit September des Vorjahrs gewonnen.

Jürgen Melzer ringt Gegner nieder.  |  APA

Jürgen Melzer hat mit einer unerwarteten Kraftleistung sein erstes wichtiges Match seit September des Vorjahrs gewonnen. Der 35-jährige Deutsch-Wagramer rang am Sonntag in Kiew die ukrainische Nummer eins, Illja Martschenko, nach 4:08 Stunden mit 3:6,6:3,3:6,7:5,6:3 nieder und glich damit für Österreichs Davis-Cup-Team zum 2:2 aus.

Damit hat Dennis Novak im Schlusseinzel gegen Sergij Stachowskij die Chance, erstmals in Österreichs Davis-Cup-Geschichte einen 0:2-Rückstand noch zum 3:2-Erfolg zu wandeln. Der Sieger des Länderkampfs spielt vom 16. bis 18. September im Weltgruppen-Play-off, der Verlierer bleibt in der Europa-Afrika-Zone I.

Melzer "überglücklich"

"Ich bin natürlich überglücklich, nach so langer Zeit ein Fünfsatz-Match so zu gestalten und zu gewinnen. Das waren extrem harte Bedingungen da draußen, richtig heiß und da waren natürlich ups and downs in der Partie, was normal ist, nach einer so langen Match-Pause", freute sich Melzer nach dem ersten Fünfsatz-Match seit Anfang September 2015 bei den US Open und seinem überhaupt ersten über fünf Sätze gehenden Spiel seit Februar 2015 beim Davis Cup in Schweden.

"Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich uns jetzt noch die Chance gegeben habe, dass wir das ganze Ding noch gewinnen können." Melzer war auch froh, dass "ich immer meinen Kopf oben gehabt habe und mich rausgezogen habe". Es war ein würdiger Sieg zum Jubiläum Jürgen Melzers, der seinen insgesamt 70. Davis-Cup-Einsatz (Einzel und Doppel) für Österreich feierte. Und die Entscheidung, ihn anstelle seines Bruders Gerald spielen zu lassen, war auch goldrichtig, wenn freilich auch etwas riskant.

Operierte linke Schulter funktioniert wieder

Das überaus spannend verlaufene Match bei brütender Hitze auf dem Hartplatz in Kiew wird Melzer wohl auch länger in Erinnerung bleiben, immerhin war er auch schon 1:2-Sätze in Rückstand gelegen. Doch der aktuell auf Platz 414 zurückgefallenen Melzer war in allen Phasen dem aktuell 84. im ATP-Ranking ebenbürtig. Besonders erfreulich: Mit 16 Assen überzeugte er auch über weite Strecken mit dem Aufschlag - ein Beweis, dass die operierte linke Schulter wieder funktioniert.

Eine besonders heikle Phase überstand Melzer im vierten Satz, als ihm bei 4:3 ein eigentlich verwerteter Breakball vom Stuhlschiedsrichter aberkannt wurde. Martschenko gelang prompt das 4:4, doch Melzer erkämpfte sich nach 3:26 Stunden verspätet zum 7:5 doch das Break und Satz fünf. Im fünften Durchgang ging Melzer zwar rasch mit 3:0 in Führung. Martschenko gelang das Rebreak zum 2:3, musste aber zum 2:4 gleich wieder den Aufschlag abgeben. Auch bei 2:5 wehrte Martschenko noch vier Matchbälle ab, seinen fünften nützte Melzer aber bei eigenem Service zum erlösenden Erfolg.