Erstellt am 25. Juli 2014, 10:44

von APA Red

Match Haifa gegen Paderborn abgesagt. Das Fußballspiel des israelischen Vereins Maccabi Haifa gegen Paderborn am Samstag in Kirchbichl (Bezirk Kufstein) ist abgesagt worden.

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"Aufgrund der Vorkommnisse in Salzburg gibt es massive Sicherheitsbedenken", begründete Vizebürgermeister Ellinger die Entscheidung gegenüber der APA. "Wir sind eine 5.000 Seelen-Gemeinde und haben nicht einmal eine eigene Polizeiinspektion", so Ellinger.

Sicherheitssituation "nicht zu bewältigen"

Sollte es zu Ausschreitungen kommen, wäre es von der Sicherheitssituation her "einfach nicht zu bewältigen". Dieses Risiko wolle die Gemeinde nicht eingehen. "Das ist kein unfreundlicher Akt gegenüber den Mannschaften", betonte der Vizebürgermeister, "wir sind einfach nicht in der Lage für die Sicherheit zu sorgen".

Der Konflikt im Gazastreifen hatte am Mittwoch im salzburgischen Bischofshofen zu Ausschreitungen beim Freundschaftsspiel zwischen dem französischen Oberhausclub OSC Lille und dem israelischen Verein Maccabi Haifa geführt. Das Spiel wurde in der 85. Minute beendet, nachdem Zuseher mit palästinensischen Flaggen auf das Feld gestürmt waren und israelische Spieler attackierten.

Gegen 20 Personen wird ermittelt

Nach dem Platzsturm laufen intensive Erhebungen der Polizei. "Das Landesamt für Verfassungsschutz ermittelt gegen rund 20 Personen, vorwiegend türkischstämmige junge Erwachsene aus dem Pongau", sagte Polizeisprecher Ortwin Lamprecht am Freitag.

"Wir müssen die Identität der noch unbekannten Täter ausfindig machen und den Verdächtigen die einzelnen Delikte zuordnen. Dann wird angezeigt." Parallel dazu laufen derzeit die Einvernahmen der Spieler und Trainer der israelischen Gastmannschaft. "Es geht auch darum, ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln."

Ermittelt wird momentan wegen einer Reihe von Delikten: Verdacht auf Verhetzung, Verdacht auf absichtlich schwere Körperverletzung, Verdacht der Nötigung und Störung der öffentlichen Ordnung. Der Vorfall hatte österreichweit für große Empörung gesorgt.