Erstellt am 15. März 2015, 18:19

Mathiaschitz (SPÖ) wird Klagenfurter Bürgermeisterin. Die SPÖ hat bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag in Kärnten die Landeshauptstadt Klagenfurt nach 42 Jahren zurückerobert.

Mathiaschitz meinte nach dem Wahlsieg, dies sei der Lohn für die Arbeit der vergangenen sechs Jahre. Die Klagenfurter Bevölkerung habe sich für eine Veränderung entschieden. Sie will nun Koalitionsgespräche führen, ihre Präferenz ist eine rot-schwarz-grüne Zusammenarbeit wie auf Landesebene.

Scheider führte seine Niederlage auf die "schwierigen Rahmenbedingungen" zurück, zumal diesmal die SPÖ starken Rückenwind verspürt habe, die FPÖ hingegen Gegenwind. Zurücktreten will er nicht, er sei zwar kein Sesselkleber, wolle aber gerne für Klagenfurt weiterarbeiten. meinte der abgewählte Bürgermeister.

SPÖ-Chef Peter Kaiser, der sich mit einem riesigen Rosenstrauß bei der Wahlsiegerin einstellte, meinte gegenüber der APA, es habe sich gezeigt, dass "Geschlossenheit und Entschlossenheit Früchte tragen". Mathiaschitz habe einen historischen Sieg errungen. Dieser sei für die Stadt ein Befreiungsschlag. Kaiser: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen wird, damit Klagenfurt den Staub, den die vielen offenen Baustellen hinterlassen haben, abschütteln und als Landeshauptstadt im Vergleich zu den anderen Landeshauptstädten wieder glänzen kann."

FPÖ-Obmann Christian Ragger meinte in einer ersten Reaktion gegenüber dem ORF Kärnten, der große Einsatz Scheiders sei "leider nicht belohnt" worden. Die FPÖ werde als zweitstärkste Partei in Klagenfurt "die Ärmel aufkrempeln", und weiter für die Bürger arbeiten, so Ragger.

Nach der Stichwahl stellt die SPÖ weiterhin die Bürgermeister in neun der zehn Bezirksstädte. Denn dem Sieg in Klagenfurt steht die Niederlage in Feldkirchen gegenüber, wo der rote Amtsinhaber Robert Strießnig gegen seinen ÖVP-Konkurrenten Martin Treffner verlor. Strießnig kündigte als Konsequenz seinen Rücktritt an. Weitermachen kann Siegfried Ronacher in Hermagor, der mit sieben Stimmen gegen den ÖVP-Kandidaten Leopold Astner gewann.

Totalen Gleichstand gibt es in Preitenegg, beide Kandidaten erhielten je 365 Stimmen. Das hat es in Kärnten noch nie gegeben, die Konsequenz ist aber geregelt - es muss eine weitere Stichwahl geben. Eindeutig war hingegen das Ergebnis in St. Georgen im Lavanttal, wo Karl Markut für das Team Stronach das Bürgermeisteramt hielt. Die slowenische Einheitsliste stellt nun zwei Gemeindechefs. Nach Franz-Josef Smrtnik in Bad Eisenkappel vor zwei Wochen kam am Sonntag Globasnitz hinzu, wo Bernard Sadovnik die Stichwahl gegen den bisherigen SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Wölbl gewann.

Insgesamt gewann bei diesen Kommunalwahlen die ÖVP etliche Bürgermeister dazu, die SPÖ verlor einige, die FPÖ allerdings noch mehr.