Erstellt am 08. Januar 2015, 11:54

Matura: Probe-Schularbeit mit 28 Prozent Fünfern. Bei den Mathematik-Probeschularbeiten ein halbes Jahr vor dem verpflichtenden Start der Zentralmatura an den AHS haben laut Informationen rund 28 Prozent der Schüler einen Fünfer bekommen.

Die Ergebnisse schwanken dabei von Schule zu Schule sehr stark. AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner sieht die Resultate trotzdem "eher unaufgeregt".

Laut Ö1-"Morgenjournal" haben Mädchen insgesamt schlechter als Burschen abgeschnitten. Während etwa ein Viertel der Burschen einen Fünfer bekam, war es bei den Mädchen ein Drittel. AHS-Langformen erzielten bessere Resultate als die reinen Oberstufenformen. Bundesschulsprecher Lukas Faymann verlangte aufgrund des Geschlechterunterschieds eine ausgeglichene Notengebung, der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, will zusätzliche Förderkurse bzw. mehr Wochenstunden in den Hauptfächern an den Oberstufen-Realgymnasien. Die Elternvertreter wiederum sehen die Lehrer in der Pflicht.

"Eher unaufgeregt" interpretiert der Sprecher der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, die Resultate: "Schlechte Schularbeits-Ergebnisse in der achten Klasse sind nichts Außergewöhnliches", so Zillner. "18-Jährige sind manchmal schon sehr cool. Bevor sie anfangen, Stress zu kriegen, vergeht oft viel Zeit. Deshalb fallen dann die Matura-Ergebnisse immer viel besser aus, weil die Schüler doch irgendwann den Ernst der Lage erkennen." Wenn man die Zahl der Fünfer bis zur Reifeprüfung auf etwa die Hälfte reduzieren könne, habe man ganz normale Ergebnisse.

"Auch sehr viele gute Ergebnisse"

"Ich rege mich nur sehr bedingt auf", meinte Zillner. "Es hat umgekehrt auch sehr viele gute Ergebnisse gegeben." Außerdem laufe die Auswertung "extrem professionell". Die Schulen würden die genauen Detail-Auswertungen jeder einzelnen Aufgabe erhalten. "Wenn ich ein seriöser Lehrer bin, schaue ich mir an, ob ein schlechtes Resultat einen Grund hat. Habe ich etwa die bei diesem Beispiel gefragten Dinge schon vor längerer Zeit durchgenommen etc. Je nachdem können dann bestimmte Gebiete nochmals durchgegangen werden."

Die unterschiedlichen Ergebnisse von Burschen und Mädchen hält Zillner für noch im Rahmen: "Dafür sind die Mädchen etwa in Englisch besser - so lange das nicht besorgniserregende Ausmaße annimmt, ist es OK."

Unterschiede zwischen AHS-Langform und reinen Oberstufenschulen

Die Unterschiede zwischen AHS-Langform und reinen Oberstufenschulen könne man zum Teil durch die andere Schüler-Zusammensetzung erklären: Letztere würden vor allem von ehemaligen Haupt- bzw. Schülern der Neuen Mittelschule besucht. In den Langformen seien die Klassenverbände dagegen schon gewachsen und homogener. "

Außerdem ist Oberstufenform nicht gleich Oberstufenform - jene mit der Mathematik oder Naturwissenschaften eher fernen Schwerpunkten haben wahrscheinlich nicht so gut abgeschnitten." An seiner eigenen Schule (BRG/BORG Kirchdorf, OÖ) liefen Lang- und Oberstufenform parallel, so Zillner. "Bei uns sind die Ergebnisse gleich. Wenn ein Lehrer einmal in die A- und dann in die B-Klasse geht, unterrichtet er ja auch nicht anders."

Zur Matura-Vorbereitung stellte das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) Mitte Dezember eine Modellschularbeit zur Verfügung. Diese konnte von den Lehrern entweder als reale Schularbeit abgehalten oder auch nur zur Übung verwendet werden. Die Resultate wurden an das Bildungsministerium übermittelt.