Erstellt am 28. November 2015, 17:54

Mazedonien errichtet Metallzaun an Grenze. Die mazedonische Polizei hat am Samstag an der Grenze zu Griechenland Flüchtlinge mit Tränengas zurückgetrieben. Eine Gruppe hatte nach Beobachtungen eines Augenzeugen die Beamten mit Steinen attackiert.

Mazedonische Soldaten begannen mit dem Bau eines Grenzzauns zu Griechenland, um nach Angaben der Regierung die Flüchtlingsströme besser steuern zu können.

Seit einigen Wochen lassen Mazedonien und andere Balkanstaaten nur noch Flüchtlinge aus den Konfliktstaaten Syrien, Afghanistan und Irak einreisen. Seitdem kam es wiederholt zu gewalttätigen Protesten.

Anlass für den Zusammenstoß war offenbar, dass sich ein Flüchtling bei dem Versuch, auf einen Zug zu klettern, einen Stromschlag und schwere Verbrennungen zuzog. Einem Reuters-Fotografen zufolge griff daraufhin eine wütende Menge die mazedonischen Polizisten an, die mit Gasgranaten feuerten.

Ein Regierungssprecher sagte, mit dem Bau des Zauns sollte die Grenze nicht abgeriegelt werden: "Wir möchten betonen, dass die Grenze offen bleibt." Der Zaun solle die Menschen zu den Kontrollpunkten lenken, um sie zu registrieren und zu versorgen. Von Soldaten wurden etwa drei Meter hohen Stahlpfosten in den schlammigen Boden gerammt. Vor zwei Tagen hatten Hunderte Migranten versucht, einen Stacheldrahtzaun einzureißen. Einige warfen Steine auf die Grenzpolizisten, während andere riefen: "Wir wollen nach Deutschland."

Die Vereinten Nationen haben Mazedonien vorgeworfen, 1000 Flüchtlinge auszusperren. Etwa 200 Menschen, darunter viele aus dem Iran, Bangladesch und Pakistan, waren in den Hungerstreik getreten. Viele harren in Zeltlagern an der Grenze aus. Menschenrechtler kritisieren, Staaten seien verpflichtet, Asylsuchende nicht nach der Nationalität, sondern nach ihrer Lage zu behandeln. Der Regierungssprecher sagte, Flüchtlinge aus Kriegsregionen würden durchgelassen.