Erstellt am 13. April 2016, 13:18

von APA/Red

Mazedonische Polizei: Tränengas gegen Flüchtlinge. An der griechisch-mazedonischen Grenze bei Idomeni ist die mazedonische Polizei am Mittwoch wieder gegen Flüchtlinge vorgegangen.

 |  NOEN, APA (AFP)

Wie ein AFP-Reporter berichtete, ging die Polizei massiv gegen die Menschen vor, die gegen die Schließung der Grenze protestierten. Demnach wurden Tränengas und Blendgranaten eingesetzt. Mazedoniens Staatschef Gjorge Ivanov soll das Gebiet am Mittwoch besuchen.

Etwa hundert Flüchtlinge zerrten an den Stacheldrahtbarrieren und versuchten, den Zaun zu überwinden. Daraufhin schleuderten die Polizisten Tränengasgranaten über den Zaun, wie das griechische Fernsehen zeigte.

Vergangenen Samstag war es an der gleichen Stelle zu Ausschreitungen gekommen, als Migranten einen Teil des Zauns zerstörten. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

Camps in Idomeni werden verlassen

Mazedonien und Griechenland gaben einander gegenseitig die Schuld für die Eskalation zwischen mazedonischen Polizisten und etwa 3.000 Flüchtlingen, die versuchten, die Grenzanlage gewaltsam zu stürmen.

In Idomeni sitzen mehr als 11.000 Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen fest, seit die Fluchtroute über den Balkan vor einigen Wochen von Ländern wie Mazedonien, Slowenien und Kroatien abgeriegelt worden war.

Immer mehr Flüchtlinge verlassen die provisorischen Camps in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze und im Hafen von Piräus. Allein am Dienstag seien mehr als 1.000 Migranten aus Piräus weggegangen, berichtete das Staatsfernsehen (ERT) am Mittwoch.

"Piräus wird ohne Gewalt evakuiert"

In dem Flüchtlingslager in der griechischen Hafenstadt befinden sich laut ERT noch etwa 3.800 Menschen. "Piräus wird langsam und ohne Gewalt evakuiert", sagte der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, dem Staatssender.

Idomeni verließen rund 500 Migranten. Zum ersten Mal würden sich "massiv" Leute aus dem Grenzgebiet wegbewegen, sagte der Sprecher des Krisenstabes. Die Evakuierung werde noch einige Tage andauern.