Erstellt am 21. Juli 2014, 06:53

Mehr als 500 Tote seit Beginn der Gaza-Offensive. Die Zahl der palästinensischen Toten bei israelischen Angriffen im Gazastreifen ist auf mehr als 500 gestiegen.

Seit Beginn der Offensive in dem schmalen Küstenstreifen am Mittelmeer vor knapp zwei Wochen seien 3.150 Menschen verletzt worden, teilten die örtlichen Rettungskräfte mit. Unter den Opfern in dem Palästinensergebiet seien viele Frauen und Kinder.

Auf der israelischen Seite kamen bisher 18 Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben. Rund 80 israelische Soldaten wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks bei den Kämpfen verletzt.

Israel-Offensive gegen Hamas

Israel führt seit dem 8. Juli eine Offensive gegen die Hamas. Am Sonntag gab es nach Angaben der Rettungskräfte allein bei den Angriffen auf den östlich von Gaza-Stadt gelegenen Vorort Shedshaiya 72 Todesopfer. Zwischenzeitlich war von 73 Toten die Rede gewesen. Auf israelischer Seite wurden laut offiziellen Angaben bis zwei Zivilisten und 18 Soldaten getötet.

Israel wies indes die Darstellung militanter Palästinenser zurück, wonach ein israelischer Soldat in den Händen der Kassam-Brigaden ist. "Es gibt keinen entführten Soldaten, die Gerüchte sind falsch", so der israelische Botschafter bei den UNO, Ron Posor, am Sonntag.

Der bewaffnete Arm der militanten Palästinensergruppe Hamas hatte zuvor erklärt, während der Kämpfe im Gazastreifen einen israelischen Soldaten gefangen genommen zu haben. Ein maskiertes Mitglied der Kassam-Brigaden hatte im Hamas-TV gesagt, der Soldat sei in ihrer Gewalt, und den angeblichen Namen und die Erkennungsmarkennummer genannt.

Obama für sofortige Waffenruhe

US-Präsident Barack Obama forderte eine "sofortige Waffenruhe im Nahen Osten. In einem Telefonat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu äußerte sich Obama beunruhigt über die Zahl ziviler Opfer in Gaza sowie den Tod mehrerer israelischer Soldaten, so das Weiße Haus am Sonntag. Obama verurteilte die Raketenangriffe der Hamas auf Israel und hob dessen Recht auf Selbstverteidigung hervor.

Der US-Präsident kündigte auch eine neue Vermittlungsmission seines Chefdiplomaten John Kerry an. Nach Angaben des US-Außenministeriums wird Kerry am Montag in Kairo eintreffen, um mit Vertretern Ägyptens und anderer Länder aus der Region über eine friedliche Beilegung des Konflikts zu sprechen. Auch UNO-Generalsekretär Ban hält sich derzeit im Bemühen um einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahen Osten auf.

UNO-Sicherheitsrat fordert ebenfalls Feuerpause

Nach den zunehmenden Kämpfen forderte auch der UNO-Sicherheitsrat eine Feuerpause und den Schutz von Zivilisten. "Wir sind sehr besorgt um die Zivilisten im Kampfgebiet", so Ruandas UNO-Botschafter Eugene-Richard Gasana, in diesem Monat Präsident des Rates, am späten Sonntagabend (Ortszeit) in New York. "Wir rufen alle Seiten auf, alles Notwendige zum Schutz der Zivilisten zu tun."

Der Rat forderte zudem eine sofortige Einstellung aller Feindseligkeiten. Gasanas amerikanische Kollegin Samantha Power sagte, nur mit einer Feuerpause könne die Gewalt enden. Dann könne auch konkret den Menschen im Kampfgebiet geholfen werden. Power lobte wie schon vor ihr Gasana die Vermittlungen Ägyptens.

Zuvor hatte das mächtigste UNO-Gremium zwei Stunden hinter verschlossenen Türen getagt. Eilig einberufene Sondersitzungen des UNO-Sicherheitsrates kommen zwar immer wieder vor. Eine Sitzung am späten Sonntagabend ist aber ungewöhnlich. Gleich im Anschluss tagte der Rat noch zum Flugzeugabsturz über der Ostukraine.