Erstellt am 11. Mai 2015, 14:14

von APA/Red

Mehr als 70 Tote bei Kämpfen um Krankenhaus in Syrien. Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Aufständischen um einen Klinikkomplex im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 72 Menschen getötet worden.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag berichtete, starben bei den Kämpfen um das Krankenhaus von Jisr al-Shughur am Vortag 32 Soldaten sowie 40 Rebellen und Jihadisten.

Am Montag war die Lage vor Ort demnach ruhig. Die Angaben der Aktivisten sind von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen.

100 Zivilisten und 150 Soldaten eingeschlossen

Der Komplex in der Provinz Idlib wird seit Ende April von regierungsfeindlichen Aufständischen und Kämpfern des Terrornetzwerks Al-Kaida belagert. Etwa hundert Zivilisten und rund 150 Soldaten sollen dort eingeschlossen sein. Am Mittwoch startete die syrische Armee einen Angriff zur Befreiung der Einrichtung.

Der Syrien-Konflikt hatte vor gut vier Jahren mit friedlichen Protesten gegen die Staatsführung unter Präsident Bashar al-Assad begonnen und sich rasch zu einem umfassenden Bürgerkrieg ausgeweitet. Mehr als 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet.

Das größte Exil-Bündnis der syrischen Opposition wird indes nicht an den Genfer Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Bürgerkriegs teilnehmen. Zu den Gesprächen in der Schweiz seien 40 Gruppierungen eingeladen worden, sagte Samir Nashar von der Nationalen Syrischen Koalition einer Presse-Agentur am Montag.

Ziel sei es offensichtlich, die Koalition an den Rand zu drängen, obwohl sie alle Gruppen und Kräfte vor Ort repräsentiere. Das Bündnis stört sich ihm zufolge zudem daran, dass auch der Iran nach Genf eingeladen worden ist.

Sondierungsgespräche in der Schweiz

UN-Sondervermittler Staffan de Mistura hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in der Schweiz über mehrere Wochen Sondierungsgespräche zu führen. In separaten Treffen mit dem Regime und Oppositionsgruppen will er die Chancen für eine friedliche Lösung des vierjährigen Bürgerkriegs ausloten.

Eingeladen ist auch die in Istanbul ansässige Nationale Syrische Koalition, der größte Zusammenschluss der Exil-Opposition. Zudem soll der Iran als wichtigster Verbündeter des Regimes teilnehmen. An den vor mehr als einem Jahr gescheiterten bisher letzten Verhandlungen in Genf war Teheran nicht beteiligt.