Erstellt am 13. Juni 2014, 09:03

Mehr Organtransplantationen - weniger Spender. In Österreich ist die Zahl der durchgeführten Organtransplantationen 2013 gestiegen. Dafür ist die Zahl der Organspender pro Million Einwohner im Vergleich zum Jahr 2012 etwas gefallen.

 |  NOEN, Wodicka

Rund 1.000 Patienten befanden sich Ende 2013 auf der Warteliste für solche Eingriffe. Das sind die Kerndaten des Transplant-Jahresberichtes 2013 des Koordinationsbüros (Gesundheit Österreich GmbH).

"2013 wurden in Österreich 762 Organtransplantationen durchgeführt, 686 mit Organen von Verstorbenen, 76 stammten von Lebendspendern", heißt es in dem Report. Aus den Daten geht hervor, dass Wien (Universitätskliniken) mit 400 Organtransplantationen in Österreich weitaus führt - vor Innsbruck (Universitätskliniken) mit 206, Graz (83) und der Region Linz (73).

Im Vergleich zum Vorjahr ist ein leichter Anstieg bei der Transplantation mit Organen von Verstorbenen zu verzeichnen (2012: 682). Die Anzahl der Transplantationen von Lebendspendern - vor allem bei Nierentransplantationen - ist ebenfalls leicht gestiegen (2012: 65). Der Bericht: "Bei genauerer Betrachtung ist ein leichter Anstieg bei den Herz- und den Lungentransplantationen zu verzeichnen, die Versorgung mit Lungenorganen ist aufgrund gut etablierter internationaler Kooperationen ebenfalls stabil hoch geblieben." Trotzdem warteten mit Ende des Vorjahres 988 Patienten auf ein geeignetes Organ.

Im Jahr 2013 wurden in Österreich 346 verstorbene Organspender gemeldet und 187 davon in der Folge auch explantiert, das ist im Vergleich zum Jahr davor - 207 gemeldete und 190 explantierte Organspender - ein leichter Rückgang bei den realisierten Organspenden und entspricht einer Rate von 22,1 Spendern pro Million Einwohner. 2012 waren es 22,5 Organspender pro Million Einwohner gewesen.

Im Bundesländervergleich sieht es so aus: In Kärnten gab es vergangenes Jahr 39,6 gemeldete Organspender pro Million Einwohner, in der Steiermark 24,8, in Niederösterreich 23,5, in Salzburg 20,7, in Oberösterreich 19, in Wien 16,7 und in Vorarlberg 16,1. Es folgten Tirol (12,6) und das Burgenland (9,1).

Die Wartezeit ist von Organ zu Organ verschieden. Während man auf eine Niere zumeist 41,5 Monate wartet, liegen die Wartezeiten bei Herz (3,6 Monate), Lunge (3,4 Monate) und Leber (vier Monate) unter einem Jahr. Die Wartezeiten sind aber im Vergleich zu 2012 etwas gestiegen.

Das Team um Walter Klepetko von der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie (MedUni Wien/AKH) hat beispielsweise im vergangenen Jahr 117 von in Österreich insgesamt 126 Lungentransplantationen durchgeführt (sonst nur noch in Innsbruck neun). Auf diesem Gebiet ist das Wiener Zentrum auch unter den führenden Abteilungen weltweit.

Positiv ist die Entwicklung auf dem Gebiet der Stammzellspende und Stammzelltransplantation (ehemals vor allem Knochenmarktransplantation). Im Jahr 2013 waren insgesamt mehr als 62.000 Stammzellspender im nationalen österreichischen Stammzell-Register. Durch die internationale Vernetzung mit anderen Registern stehen derzeit weltweit knapp 24 Millionen Stammzellspenderinnen und -spender zur Verfügung. Für rund 80 Prozent aller Patienten kann ein Fremdspender gefunden werden. Die Wartezeit dauert um die 40 Tage.

International liegt Österreich mit im Jahr 2012 rund 22,5 Organspendern pro Million Einwohner in der internationalen Rangliste weit vorn (Spitze: Spanien mit 36; schlecht: Deutschland: 12,5). Auch Kroatien (34,3) und Belgien (29) schneiden hier gut ab.