Erstellt am 22. März 2016, 08:54

von APA/Red

Explosionen am Flughafen Brüssel. Am Brüsseler Flughafen Zaventem ist es Dienstag früh zu zwei Explosionen gekommen. Sie haben sich gegen 8.00 Uhr früh in der Abflughalle ereignet, wie der Flughafen der Nachrichtenagentur Belga bestätigte.

 |  NOEN, BELGA

Allein am Flughafen wurden nach Informationen des belgischen Senders VRT mindestens 13 Menschen getötet und 35 weitere verletzt.

Die Terrorwarnstufe in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben, wie ein Sprecher von Innenminister Jan Jambon am Dienstag mitteilte. Dem Sender RTBF zufolge nahm die Staatsanwaltschaft Antiterror-Ermittlungen auf.

Der Flughafen Brüssel-Zaventem wurde geschlossen, Flüge nach Brüssel wurden umgeleitet. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft STIB schloss zudem aus Sicherheitsgründen alle Metrostationen. Auch mehrere Straßentunnel und Bahnhöfe wurden gesperrt.

Nach Angaben von Augenzeugen ereigneten sich am Dienstagmorgen gegen 8.00 Uhr zunächst am Flughafen kurz nacheinander zwei Explosionen. Die Detonationen seien von mindestens einem Selbstmordattentäter verursacht worden, berichtete der Sender VRT. Zeugen wollen zuvor Schüsse gehört haben. Eine Person habe etwas auf Arabisch gerufen, berichteten mehrere Menschen vor Ort der Nachrichtenagentur Belga. Nach weiteren Medienberichten wurde am Flughafen auch eine dritte Bombe entdeckt, die nicht detoniert war.

Später kam es in der Metrostation Maelbeek im EU-Viertel von Brüssel zu einer Detonation. Hier herrschte allerdings Unklarheit darüber, ob bzw. wieviele Menschen ums Leben kamen oder verletzt wurden. Erste Medienberichte sprachen von zehn Toten. Der Sender VRT meldete später, es habe gar keine Toten gegeben.

Auf Bildern vom Brüsseler Flughafen waren blutverschmierte Menschen mit zerrissener Kleidung zu sehen. In einer der Flughafenhallen stürzte offensichtlich durch die Wucht der Explosionen die Deckenverkleidung herab. Eine riesige Glasfront wurde zerstört.

Der niederländische Reporter Dennis Kranenburg war zufällig am Brüsseler Flughafen und berichtete im niederländischen Radio: "Wir kamen gerade an und wollten einchecken. Da war in etwa 30, 40 Meter Entfernung ein riesiger Lichtblitz. Große Brocken von der Decke fielen runter. Jeder fing an zu schreien und die Leute rannten weg."

Unter den Opfern befinden sich nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Österreicher. Dennoch wurden Krisenstäbe im Außenministerium in Wien sowie an der österreichischen Botschaft in Brüssel eingerichtet, wie der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, am Dienstag auf APA-Anfrage mitteilte.

Insgesamt sind in der belgischen Hauptstadt derzeit fast 4.000 Auslandsösterreicher registriert. Sie wurden via SMS kontaktiert und ersucht, den Anweisungen der belgischen Sicherheitsbehörden zu folgen und öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden. Mittlerweile ist der öffentliche Verkehr in Brüssel generell eingestellt, auch mehrere Straßentunnel wurden im Laufe des Vormittags gesperrt.

Der belgische Premier Charles Michel berief den nationalen Sicherheitsrat ein. Dem Gremium gehören die wichtigsten Minister der Regierung an. Michel wolle sich später bei einer Pressekonferenz äußern, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.