Erstellt am 06. April 2014, 10:25

Meister Salzburg egalisierte Liga-Torrekord. Red Bull Salzburg kann als Meister doch gewinnen. Nach zwei Partien mit nur einem Punkt und ohne Torerfolg kehrten die "Bullen" im Salzburger Derby in Grödig am Samstag mit dem 3:1 auf die Siegerstraße zurück.

 Der von Rapid seit der Saison 1985/86 gehaltene Torrekord wurde mit 101 Saisontreffern schon fünf Runden vor Schluss egalisiert, eine neue Bestmarke ist also nur eine Frage der Zeit. Vor der Pause blieben die Salzburger auf holprigem Terrain in der Untersbergarena vieles schuldig, nach Seitenwechsel konnten sie sich allerdings deutlich steigern und kamen eigentlich verdient zum vierten Derby-Erfolg (jeweils mit mindestens drei erzielten Toren). Jonatan Soriano (48.) leitete den Sieg mit seinem 27. Saisontor ein, Andreas Ulmer (76.) legte, wie es sich für ein 100. Saisontor gehört, einen herrlichen Volleytreffer nach und Valon Berisha (78.) kam glücklich zum 3:0.

"Es war unmöglich, hier Fußball zu spielen, man braucht fünf Kontakte, bis man den Ball kontrollieren kann. Der Platz ist ein absoluter Rübenacker", ärgerte sich Salzburg-Trainer Roger Schmidt über den Zustand des Geläufs. Über den Sieg konnte sich der Deutsche aber klarerweise freuen. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie die Bedingungen annehmen und sich durchbeißen kann", sagte Schmidt. Ein glückliches Händchen bewies er mit der Einwechslung von Ulmer, der schon wenige Augenblicke danach traf. "Das war ein absolutes Traumtor", lobte Salzburgs Coach seinen Linksverteidiger.

Die Salzburger könnten nun bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Sturm Graz eine neue alleinige Tor-Bestmarke fixieren. "Nachdem wir den alten Rekord eingestellt haben, wollen wir jetzt natürlich auch weitere Tore erzielen und uns den alleinigen Rekord holen", gab Schmidt die Marschroute vor.

Für die Grödiger war die dritte Niederlage in Folge der nächste Rückschlag im Kampf um einen Europacupplatz. "Es ist momentan nicht gescheit, an den Europacup zu denken, wir müssen schauen, so schnell wie möglich wieder in die Spur zu finden, wieder zu punkten", sagte Offensivspieler Dieter Elsneg. Im Lokalduell präsentierte sich der Aufsteiger im Gegensatz zum 0:6 gegen Sturm Graz und dem 0:4 bei der Admira zumindest deutlich verbessert. "Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie nach den Niederlagen reagiert hat. Wir müssen uns nicht genieren, wenn wir zu Hause gegen den verdienten Meister verlieren", sagte Grödig-Trainer Adi Hütter.

Seit Montag ist bekannt, dass die Grödiger mit einem neuen Trainer in die nächste Saison gehen. Die Suche nach dem Hütter-Nachfolger ist in vollem Gange. Laut Manager Christian Haas gibt es vier, fünf Kandidaten, mit denen schon in der nächsten Woche erste Gespräche geführt werden sollen. "Wir bevorzugen eine österreichische Lösung", betonte Haas am Samstag einmal mehr. Unter Zeitdruck setzt er sich nicht. "Wenn es schnell geht, haben wir aber auch vielleicht schon in zwei, drei Wochen einen neuen Trainer gefunden."