Erstellt am 20. Juni 2014, 12:52

von APA Red

Mercedes im ersten Spielberg-Training vorne. Seit 20 Sekunden nach zehn Uhr am 20. Juni 2014 wird in Spielberg wieder Formel 1 gefahren. Felipe Massa drehte mit seinem Williams die erste Installationsrunde und beendet damit die zehnjährige F1-Pause.

Die erste Bestzeit gehörte Nico Rosberg, der in 1:11,295 Min. seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton um 0,140 distanzierte. Einen klassischen Fehlstart legte hingegen Hausherr Red Bull hin.

Denn sowohl Weltmeister Sebastian Vettel als auch Kanada-Sieger Daniel Ricciardo blieben weit unter den Erwartungen und fabrizierten auf dem noch extrem rutschigen Red Bull Ring Ausritte. Vettel geriet Ausgangs der Schlusskurve sogar ins Gras und hatte bei der folgenden "doppelten Pirouette" Riesenglück, dass er mit seinem RB10 nicht an den Leitplanken anschlug.

Bei bedeckter Himmel und 13 Grad gab auf noch trockene Strecke zunächst Hamilton das Tempo vor. Stellenweise leichter Regen machte den noch rutschigen Ring aber noch unberechenbarer, kaum ein Pilot musste nicht zumindest ein Mal in die Wiese oder die Auslaufzone. Rosberg musste wegen einer kaputten Kühlpumpe zudem länger an die Box, kehrte dann aber mit Bestzeit zurück.

"Wenig Grip, schöne Dreher, man kann wenig sagen. Wenn es wärmer wird und Gummi auf die Strecke kommt, wird es sicher schneller", lautet das erste Resumee von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Dass auf der nur 4,3 Kilometer "kurzen" Power-Strecke gleich acht der ersten zehn Autos mit Mercedes-Motoren unterwegs waren, bezeichnete Wolff als "akademisch". Der Defekt am Rosberg Auto sei trotz der Kanada-Panne kein Grund zur Besorgnis. "Das kriegen wir in den Griff."

Katerstimmung herrschte hingegen bei Red Bull Racing. Mit rund eineinhalb Sekunden Rückstand lagen Ricciardo (13.) und Vettel (15.) sogar hinter beiden Autos des Schwesternteams Toro Rosso. "Wir sind meilenweit weg von dem, wo wir hinwollen", bemängelte Berater Helmut Marko Abstimmungsprobleme und die "überhaupt nicht funktionierenden" Reifen. "Sebastian hatte zudem Riesenglück, dass er nicht in der Leitplanke gelandet ist."

Wie nicht nur von Marko vermutet, präsentierte sich der Red Bull Ring als durchaus schwierig. Nach zwei Stadt-Rennen auf Meeresniveau (Monaco, Montreal) wird in Spielberg auf über 600 Metern Seehöhe gefahren. Schwierig auch deshalb, weil immer wieder einsetzender Nieselregen den Asphalt noch rutschiger machte. "Ich habe noch nie so viele Ausrutscher im ersten Training gesehen", meinte Marko.

Dennoch bekamen tausende mit Regenschirmen ausgerüsteten Fans relativ viel zu sehen. Alleine in der ersten halben Stunde hatten alle 22 Autos mehrere Runden gedreht, um die für die meisten Piloten neue Strecke kennenzulernen. Dass Rosberg mit dem neuen Turbo-Hybridauto zunächst drei Sekunden über dem Streckenrekord von Michael Schumacher blieb, lag auf der Hand.