Erstellt am 21. Juli 2014, 19:05

von APA/Red

MH17-Flugschreiber werden an Malaysia übergeben. Die beiden von prorussischen Rebellen gefundenen Flugschreiber der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine MH17 sollen noch am Montag an malaysische Behörden übergeben werden.

Dies solle um 21.00 Uhr ukrainische Ortszeit erfolgen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den malaysischen Premier Najib Razak. Indes erhöhte US-Präsident Barack Obama den Druck auf Russland.

Zuvor hatte der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, Wolodymyr Groysman, die Rebellen beschuldigt, die Flugschreiber (Black Box) manipuliert zu haben. "Es gibt Informationen wonach sie in der vergangenen Tagen Dinge mit ihnen gemacht haben", erklärte er.

Zusammenarbeit verstärkt

Die Aufständischen in der Ostukraine haben am Montag ihre Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden verstärkt, nachdem ihnen zuvor vorgeworfen worden war, Beweise zu vernichten und eine unabhängige Untersuchung der Absturzursache zu unterbinden. Am Montag verließ ein Zug mit den Leichen der Opfer nach Augenzeugenberichten den Bahnhof von Tores. Groysman hatte zuvor angekündigt, diese würden nach Charkow gebracht, wo sie ein internationales Expertenteam in Empfang nehmen werde. Zur Identifizierung sollen sie danach, wie von Den Haag gefordert, in die Niederlande geflogen werden.

Die niederländische Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen wegen Mordes, Kriegsverbrechen und dem bewussten Abschuss eines Flugzeuges ein. Ein Vertreter der Justizbehörde befinde sich derzeit in Kiew, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wim de Bruin, am Montag.

Obama sieht Verantwortung bei Russland

Unterdessen erhöhte Obama den Druck. Russland und Präsident Wladimir Putin trügen eine direkte Verantwortung dafür, die prorussischen Separatisten zur Zusammenarbeit mit den internationalen Ermittlern zu zwingen, sagte Obama. Putin müsse nun seinen Bekundungen zur Kooperationsbereitschaft auch Taten folgen lassen.

Russland müsse dafür sorgen, dass die Separatisten die Untersuchungen zur Absturzursache nicht länger behinderten. "Was haben sie zu verbergen", fragte Obama. Die Ermittler-Teams müssten freien Zugang zur Absturzstelle und den Leichen erhalten. Sollte Russland seinen Kurs nicht ändern, würde es sich nur weiter isolieren und einen immer höheren Preis dafür zahlen müssen.

Der ukrainische Vize-Premier Wolodymyr Groysman hatte zuvor erklärt, die Suche nach den Opfern des Flugzeugabsturzes sei nun offiziell beendet. Die Helfer hätten 282 Leichen sowie 87 Leichenteile der übrigen 16 Todesopfer gefunden. Die sterblichen Überreste von mindestens 251 Opfern seien in Eisenbahn-Kühlwaggons gebracht worden.