Erstellt am 01. Oktober 2015, 15:23

von APA/Red

80.000 Flüchtlinge könnten bis zu 1,2 Mrd. Euro kosten. Sollten heuer rund 80.000 Flüchtlinge in Österreich bleiben, so könnte das in Österreich nächstes Jahr bis zu 1,2 Mrd. Euro Kosten verursachen, habe eine "grobe Schätzung" ergeben, sagte der Präsident des Fiskalrates, Bernhard Felderer, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz mit der Industriellenvereinigung (IV).

Felderer will Flüchtlinge rasch in Arbeitsmarkt integrieren  |  NOEN, APA

Je schneller die Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten, "desto besser für uns", so Felderer. Sollten sich die Menschen schlecht integrieren - und nächstes Jahr ein weiterer Ansturm dazu kommen - dann würden sich die Kosten allerdings langfristig "auftürmen".

"Dann weiß ich nicht, was wir machen". Nach der Flüchtlingswelle aus Ex-Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre hätten 90 Prozent der Berechtigten innerhalb von zwei Jahren Arbeit gefunden. Damit könne man diesmal nicht rechnen. Einerseits, weil die Konjunktur schlechter läuft, andererseits weil viele Menschen nicht so passend ausgebildet seien und die Menschen vom Balkan "unserer Kultur näher gestanden sind". Insgesamt müsse man sich auf einen langen Prozess einstellen, die Frage sei, wie Österreich das schultern könne.

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer verwies darauf, dass die Firmen hohes Interesse daran hätten, rasch - also innerhalb von Monaten - herauszufinden, welche Qualifikationen genutzt werden können. Er baut darauf, dass in Mangelberufen, die von Österreichern nicht besetzt werden, neue Jobs entstehen. Er räumt aber auch ein, dass nicht allzu viele der Flüchtlinge unmittelbar in diesen Mangelberufen einsetzbar sind.