Erstellt am 20. August 2014, 12:32

Mikl-Leitner appelliert wegen Asyl an Länder. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) appelliert angesichts des Quartiermangels im Asylwesen abermals an die Länder, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

„Die Lage bleibt weiterhin angespannt, die Schere geht immer weiter auseinander", sagte sie am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Caritas und Grüne kritisierten indes den Aufnahmestopp für das Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen.

Caritas kritisiert Notschlafstätten

„Ich merke, dass die Bundesländer Quartiere schaffen, allerdings nicht im notwendigen Ausmaß", so Mikl-Leitner. Wichtig sei es auch, Vorsorgekapazitäten im Sinne von Notplätzen zu schaffen. Einen weiterer Asylgipfel mit Ländervertretern sei derzeit nicht geplant, man sei ständig in Kontakt, betonte die Innenministerin. Zudem würden sich vermehrt private Quartiergeber direkt beim Innenministerium melden und Schlafstätten anbieten.

Kritik an dem "herbeiverwalteten Notstand" kam vom Generalsekretär der Caritas Wien, Klaus Schwertner. Er äußerte gegenüber der "Kathpress" und dem Ö1-"Morgenjournal" Unverständnis über den verfügten Aufnahmestopp im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen.

Die stattdessen angedachte Flüchtlingsunterbringung in Notschlafstätten sei eine weitaus schlechtere Lösung als die Ausweitung der "politisch willkürlichen" Kapazitätsgrenze von 480 Plätzen in Traiskirchen, bis neue Quartiere geschaffen seien. "Hysterische Angstmache" und einen künstlich herbeigeredeten Notstand ortete die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun.

„Caritas soll sich lieber für die Lösung des Problems einsetzen"

Mikl-Leitner wollte die Kritik nicht auf sich sitzen lassen und fragte sich stattdessen, warum gerade die Caritas, die die Unterbringung von 1.000 Flüchtlingen in Traiskirchen früher noch als menschenunwürdig bezeichnet habe, damit nun kein Problem mehr habe.

VP-NÖ-Sicherheitssprecher Gerhard Karner meinte: „Die Caritas soll sich lieber für die Lösung des Problems, nämlich die gerechte Aufteilung unter den Bundesländern, einsetzen, statt menschenverachtende Forderungen zu einer weiteren Aufstockung von Traiskirchen aufzustellen."