Erstellt am 24. Juni 2014, 11:15

Millionenschaden nach Hagelsturm in Kärnten. Schwere Unwetter mit Hagel haben am Montag in Teilen Kärntens Millionenschäden angerichtet.

Alleine in der Landwirtschaft ist laut Österreichischer Hagelversicherung mit 600.000 Euro Schaden zu rechnen, Experten schätzen die Gesamtschäden auf zehn bis 20 Mio. Euro. In der Steiermark wurde der durch die Unwetter entstandene Schaden für die Landwirtschaft mit rund 700.000 Euro angegeben. In Klagenfurt zerbarsten zahllose Scheiben, Hunderte Autos wurden beschädigt. Landesweit gingen bei den Feuerwehren 180 Notrufe ein.

Insgesamt waren rund 2.400 Hektar landwirtschaftliche Flächen in den Bezirken Klagenfurt-Land, St. Veit und Feldkirchen vom Hagel betroffen. Besonders schlimm hat es das knapp vor der Ernte stehende Getreide erwischt. "Der Hagel hat die Körner aus den Ähren geschlagen, die Ernte ist teilweise komplett verloren", sagte Markus Tschischej, Referent für Planzen- und Ackerbau bei der Landwirtschaftskammer, auf Anfrage.

90 Prozent der Landwirte versichert

Schwere Schäden gibt es aber auch bei Maiskulturen und auf Wiesen, die knapp vor der Mahd standen. "In Klagenfurt sind auch einige Gärtnereien stark betroffen", so Tschischej. Glashäuser, Folientunnel und Freilandkulturen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Hagel hinterließ auch seine Spuren bei Obstbäumen und in Weingärten am Fuße des Ulrichsbergs. Der für Landwirtschaft zuständige Landesrat Christian Benger (ÖVP) nahm das Unwetter zum Anlass, an die Bauern zu appellieren, ihre Flächen gegen Hagelschlag zu versichern. Laut Hagelversicherung sind derzeit rund 90 Prozent der Landwirte in Kärnten entsprechend versichert.

In Klagenfurt begann nach dem Unwetter das große Aufräumen. Die Feuerwehr beseitigte zerborstene Scheiben, die noch in den Rahmen hingen und auf die Straße oder auf Passenten zu fallen drohten.

Die Unwetterfront zog am Montag von Kärnten über die Südsteiermark und richtete auch dort in kurzer Zeit erhebliche Schäden an. "Am schlimmsten war es in Großklein, Kleinklein und Trautenburg", so Rosemarie Wilhelm von der steirischen Landwirtschaftskammer. Die Schäden erstrecken sich über 700 Hektar Agrarfläche, ein Drittel davon ist Wein, der damit am stärksten betroffen ist.

Aber auch die Getreide-, Mais- und Kürbiskulturen wurden vom Hagel stark in Mitleidenschaft gezogen. Ob der Schaden an den Kürbiskulturen zu Engpässen beim Kürbiskernöl führen wird, ließ sich aber noch nicht abschätzen.