Erstellt am 04. Juli 2015, 01:27

von APA Red

Moody's senkte Kärnten- und NÖ-Rating. Die US-Ratingagentur Moody's hat die Ratings der Bundesländer Kärnten und Niederösterreich herabgestuft und den Ausblick auf negativ gesetzt.

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Das Rating von Kärnten wurde um zwei Stufen auf Ba2 gesenkt. Niederösterreich verlor die Topbonität (AAA) und wird nunmehr mit Aa1 bewertet, teilte die Ratingagentur am Freitagabend mit.

Heta-Abwicklung und Schuldenniveau als Gründe für NÖ

Die Abstufung Kärntens sei im Zusammenhang mit der Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft Heta und entsprechenden finanziellen Risiken erfolgt. Es gebe Faktoren, dass "ein signifikanter Teil" der Hypo-Haftungen schlagend werden könnte, so die Ratingagentur. Das Bundesland Kärnten haftet noch für Anleihen der ehemaligen Hypo Alpe Adria Bank im Umfang von rund 10 Mrd. Euro.

Kritisch sieht Moody's außerdem die juristischen Risiken um den Heta-Rückzahlungsstopp und die weitere Abwicklung der Hypo-Abbaugesellschaft durch die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Das Rating des Bundeslandes Niederösterreich ist laut Moody's um ein Stufe auf Aa1 gesenkt worden, weil das Bundesland via der Hypo-Pfandbriefbank auch von der Heta-Abwicklung betroffen ist. Negativ sieht die Ratingagentur auch das "relativ hohe Schuldenniveau" Niederösterreichs im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländer.

Sobotka: Verschlechterung "dem Kriminalfall Kärnten geschuldet"

Die beiden Bundesländer gaben in ersten Reaktionen dem Bund die Schuld an den Downgrades. Die Kärntner Finanzlandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) bezeichnete die Herabstufung als "eine direkte Folge der Maßnahmen, die der Bund im Zusammenhang mit der HETA-Abwicklung gesetzt bzw. nicht gesetzt hat".

Ihr niederösterreichischer Kollege Wolfgang Sobotka sagte ebenfalls, die Ratingverschlechterung sei "dem Kriminalfall Kärnten sowie den allgemeinen Auswirkungen des verhängten Heta-Moratorium geschuldet".

Während Schaunig das Downgrade Kärntens von Baa3 auf Baa2 als "wenig erfreulich" und "nicht unbedingt nachvollziehbar" bezeichnete, sagte Sobotka, dass der Verlust des Topratings Aaa für Niederösterreich "so zu erwarten" gewesen sei. Mit der zweithöchsten Bonität (Aa1) sei Niederösterreich auf einem Level mit Großbritannien oder den Schweizer Kantonen Luzern und St. Gallen.

Schaunig wies darauf hin, dass Moody's das Downgrade mit Klagsrisiken und der Unsicherheit über weitere FMA-Aktivitäten begründet, aber die solide Finanzgebarung und die moderate Schuldenentwicklung Kärntens positiv angemerkt habe. "Es ist also offensichtlich, dass Kärnten für die neuerliche Herabstufung nicht verantwortlich ist", so die SPÖ-Politikerin. Daher solle der Bund von einer mit dem Rating verbundenen Verschlechterung der Konditionen bei der Bundesfinanzierungsagentur OeBFA absehen.