Erstellt am 22. September 2014, 17:42

Mordalarm nach Brand in Steyr. Eine 24-jährige Linzerin wird verdächtigt, in der Nacht auf Montag einen 43-jährigen Steyrer getötet und seine Wohnung angezündet zu haben.

"Nur sehr zögernde Angaben" gegenüber den Ermittlern hat eine 24-jährige Linzerin bisher gemacht, die verdächtigt wird, in der Nacht auf Montag einen 43-jährigen Steyrer getötet und seine Wohnung angezündet zu haben. Zumindest hat sie offenbar ihr Schweigen gebrochen. Zum Inhalt der Einvernahme vom Dienstag, die langsam vorangehe, will sich die Staatsanwaltschaft Steyr erst nach Abschluss äußern.

Der genaue Tatablauf ist nach wie vor nicht geklärt. Die Kriminalisten haben aber schon einige Puzzlesteine zusammengetragen. Demnach wurde das Opfer an eine Heizung gefesselt, ihm wurden Papiertaschentücher in den Mund gestopft und der Knebel mit einem Stoffstück fixiert. Dafür sprechen Zellstoffreste, die Gerichtsmediziner im Mund des Toten gefunden haben. Todesursache ist laut vorläufigem Obduktionsergebnis Ersticken. 

Es ist jedoch unklar, ob der Knebel oder die Rauchgase dafür verantwortlich waren. Aufgrund der schweren Verbrennungen des Toten und der Brandschäden in der Wohnung sind die Ermittlungen in diesem Punkt schwierig.

Täterin in Rotlichtmilieu tätig

Laut Staatsanwaltschaft hat die Mordverdächtige einen flüssigen Brandbeschleuniger benutzt, möglicherweise Benzin. Ein Kanister wurde in der Wohnung gefunden, in ihrer Handtasche, die sie am Tatort zurückgelassen hatte, war ein Einfüllstutzen. Ob das Opfer ebenfalls mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen wurde oder nur das Bett, auf dem der an die Heizung gefesselte Mann lag, muss ein Sachverständiger klären. "Das ist aber nicht tatwesentlich", so Staatsanwalt Guido Mairunteregg.

Die Verdächtige, die in Linz wohnt, wurde Montag früh wegen Verdachts des Mordes und der Brandstiftung festgenommen. Die Frau, die aus dem Rotlichtmilieu stammen soll und amtsbekannt ist, hat laut Aussagen von Bekannten des Opfers mit dem 43-Jährigen in der Vergangenheit eine Beziehung gehabt. 

Die Staatsanwaltschaft hofft, dass die Einvernahmen der 24-Jährigen Licht in die Frage nach dem Motiv bringen können. Gegenüber der Polizei und dem Richter, der die Untersuchungshaft über sie verhängte, schwieg sie aber zunächst eisern, später gab sie zumindest zögernd Antworten.