Erstellt am 19. Januar 2015, 14:30

Mutmaßlicher Sechsfachmörder in Wien verhaftet. In Wien ist am Samstag ein 44 Jahre alter russischer Staatsbürger festgenommen worden, nach dem Interpol Moskau wegen sechsfachen Mordes per internationalem Haftbefehl gefahndet hatte.

Bei dem Mann soll es sich um den Anführer einer Gruppierung handeln, die in der russischen Teilrepublik Nordossetien für Morde an Politikern und hochrangigen Beamten verantwortlich gemacht wird.

Zielfahnder des Bundeskriminalamts (BK) und das Einsatzkommando Cobra haben Aslan G. am Samstagabend vor dem Hauptbahnhof gefasst. Der 44-Jährige, der verfälschte Dokumente bei sich hatte, leistete nach BK-Angaben vom Montag keinen Widerstand. Die Festnahme erfolgte nach einem Mitte Dezember eingegangenen Hinweis von Interpol Moskau, wonach G. sich in Wien aufhalte. Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Josefstadt gebracht und soll an Russland aufgeliefert werden. G. habe zuletzt in Wien-Favoriten gewohnt, hieß es im BK.

Mindestens sechs Menschen erschossen

Dem 44-Jährigen, der sich 2013 ins Ausland abgesetzt hatte, wird vorgeworfen, in den Jahren 2012 und 3013 mindestens sechs Menschen erschossen und drei weitere verletzt zu haben. Führende Mitglieder seiner der organisierten Kriminalität zugerechneten Gruppierung waren im vergangenen Jahr von der russischen Polizei festgenommen worden.

G. hat die Gruppierung offenbar nach der Festnahme seines mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilten Bruders übernommen. Medienberichten zufolge strebte die Bande die Kontrolle über den Handel mit illegal hergestelltem Alkohol in ganz Russland an. Ihr werden die 2008 verübten Morde am nordossetischen Vizepremier Kasbek Pagijew und den Bürgermeister der Hauptstadt Wladikawkas, Witali Karajew, zur Last gelegt. Darüber hinaus sollen sie für die Morde an hochrangigen Beamten der Polizei verantwortlich sein, die Ermittlungen gegen die Gruppierung führten. Der Bande werden insgesamt rund zwei Dutzend Morde zugeschrieben.