Erstellt am 16. Dezember 2015, 15:52

Nach Babytod ermittelt die Polizei wegen Keimeinschleppung. Nach dem Tod eines Babys in der Linzer Landesfrauen- und Kinderklinik konzentrieren sich die polizeilichen Ermittlungen auf die Frage, ob ein Einschleppen des Acinotebacter-Keims hätte verhindert werden können.

Laut Obduktionsergebnis lag kein OP-Fehler vor. Noch steht der Nachweis aus, dass der Keim die Todesursache war. Es gebe aber keine anderen Hinweise, so die Staatsanwaltsschaft.

Ein Neugeborenes war vorigen Donnerstag vermutlich in Folge einer Infektion mit dem multiresistenten Keim gestorben. Derzeit befinden sich noch vier weitere Kinder in Quarantäne. Ihr Gesundheitszustand ist unverändert. Zwei von ihnen, darunter auch jenes bosnische Mädchen, das den Erreger eingeschleppt haben dürfte, zeigten am Mittwoch nach wie vor keine Symptome. Ein weiterer Säugling ist an einer Lungenentzündung erkrankt, die Therapie mit einem Antibiotikum verlaufe gut, hieß es beim Spitalsbetreiber gespag. Beim vierten handle es sich um einen Verdachtsfall, bei einem Abstrich sei ein Keim aus der Familie der Acinetobacter nachgewiesen worden.

Rund zwei Tage dauert es, bis der Nachweis auf den Keim erbracht werden kann. Diese Zeit hatte jenes Kind in Lebensgefahr aus Sarajevo nicht. Es musste sofort nach Einlieferung in die LFKK am Herz operiert werden. Entsprechend den Vorschriften bei der Übernahme eines Patienten aus einem Problemgebiet seien zum Routineabstrich erweiterte Hygienemaßnahmen ergriffen worden, versicherte das Krankenhaus.

Dabei habe es sich jedoch nicht um die höchste Stufe gehandelt, hatte die stellvertretende ärztliche Direktorin Gabriele Wiesinger-Eidenberger erklärt. So trug das Personal zwar Handschuhe, Kittel und Haube, eine Eins-zu-Eins-Betreuung wurde jedoch nicht veranlasst. Ob es damit zu keinem Ausbreiten des Keims gekommen wäre, ist Gegenstand der Ermittlungen. Mit einem Ergebnis rechnet die Staatsanwaltschaft jedoch heuer nicht mehr.