Erstellt am 11. Juni 2014, 14:23

Nach Banker-Mord Leichenteile in Kübel gefunden. In einem jener Betonkübel, die am Dienstag von Polizeitauchern aus der Mur geborgen wurden, sind Leichenteile gefunden worden. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, am Mittwoch bestätigte, wurden bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung an der Med-Uni menschliche Extremitäten gefunden.

Damit scheint es traurige Gewissheit, dass der 54-jährige Steirer von zwei Bankangestellten, denen er bei der Veruntreuung seines Geldes auf die Schliche gekommen war, ermordet worden ist. Vorerst war nur das Ergebnis der Öffnung eines der beiden Behälter bekannt. "Die Identität ist noch nicht zweifelsfrei erwiesen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um sterbliche Überreste des im Februar verschwundenen Mannes", sagte Bacher. Letzte Klarheit würden ein DNA-Abgleich und weitere forensische Untersuchungen in den kommenden Tagen bringen.

Unterdessen wurden in einer weiteren Suche von Polizeitauchern im Bereich des Puchstegs im Süden von Graz zwei weitere mit Beton ausgegossene Gebinde geborgen. Somit wurden bis Mittwochmittag aufgrund von Hinweisen des jüngeren der beiden mutmaßlichen Täter vier zur Entsorgung der Leiche benutze Gefäße aus der Mur geholt.

Der Mord an dem 54-jährigen Steirer war am 25. Mai bekannt geworden, unmittelbar nach der Verhaftung von zwei Verdächtigen. Laut Ermittlungen hatten die beiden Angestellten einer ausländischen Bank - 23 und 29 Jahre alt - ihren Kunden bereits im Februar von seiner Wohnung in Graz-Wetzelsdorf abgeholt. Sie sollen ihn noch im Auto mit einer Schnur erdrosselt und seine Leiche in einem eigens angemieteten Container zerlegt haben. Die Teile wurden in Beton eingossen und entsorgt. Das Motiv war offenbar die Vertuschung einer Veruntreuung: Die Verdächtigen dürften rund 80.000 Euro von zwei Sparbüchern des Mannes abgezweigt haben.

Die Informationen darüber, wohin die zerstückelte und in Betonkübel eingegossene Leiche gebracht wurde, stammt vom jüngeren der beiden mutmaßlichen Täter, der nur bei der Entsorgung der Leiche, nicht aber an der Tötung beteiligt gewesen sein will. Sein 29-jähriger, von ihm schwer belasteter Komplize bestritt bisher den Mord. Wie Bacher sagte, werde man die beiden Verdächtigen mit den gerichtsmedizinischen Ergebnissen konfrontieren, sobald diese vorliegen.