Erstellt am 02. Januar 2015, 12:07

von APA/Red

Wiener Linien entließen Mitarbeiter. Der Fall eines Mannes, der am 26. Dezember 2014 in einem Aufzug der Wiener U-Bahn-Station Volkstheater zusammengebrochen war, hat nun Konsequenzen für zwei Mitarbeiter der Wiener Linien.

 Da sie den nächtlichen Routine-Kontrollgang ausfallen ließen, wurden beide Personen entlassen, bestätigte ein Sprecher der Wiener Linien am Freitag.

Der 58-jährige Mann sei gegen 2.00 Uhr am Stefanitag in den Lift eingestiegen und dort – vermutlich mit Herzversagen – zusammengebrochen. Fünf Stunden lang lag er in der Kabine, keiner der Passanten, die den Aufzug nutzten, betätigte den Notruf oder verständigte die Rettung. Kurz vor 7.00 Uhr fand ein Reiniger der Wiener Linien den Mann, er rief die Einsatzkräfte – der 58-Jährige verstarb jedoch noch am Weg ins Krankenhaus.

Eigentlich hätte der Mann schon früher entdeckt werden müssen, denn routinemäßig führen die Wiener Linien elektronisch dokumentierte Rundgänge durch – auch in der Nacht. "Zwei Mitarbeiter haben diesen Kontrollgang eigenmächtig ausfallen lassen", erklärte der Sprecher. Aus dieser grobe Verfehlung habe man nun personelle Konsequenzen gezogen und beide Personen entlassen.

Personen im Lift haben auch nicht geholfen

Aber auch von Passanten kam keine Hilfe: Wie die Videoaufzeichnungen zeigen, stiegen mehrere Menschen über den 58-Jährigen und fuhren mit dem Lift. Die Polizei prüft deshalb derzeit auch eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, wie ein Sprecher sagte. Sollte die Prüfung positiv ausgehen, werde man versuchen, mithilfe des Videomaterials jene Personen zu finden, die den Aufzug benutzt haben.

Die Wiener Linien wollen den Vorfall dagegen nutzen, um nicht nur intern ihre Mitarbeiter auf die Bedeutung von regelmäßigen Rundgängen aufmerksam zu machen und die Kontrollen nachzuschärfen, sondern auch Fahrgäste dazu aufzurufen, jedenfalls Hilfe zu holen. Dazu werde man verstärkt Kampagnen schalten, so der Sprecher.