Erstellt am 12. November 2016, 11:27

von APA Red

Trump-Gegner gingen erneut auf die Straße. Den dritten Tag in Folge haben in den USA Tausende gegen die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten protestiert.

Trump-Gegner demonstrieren in Oregon  |  APA/ag.

Mit Einbruch der Dunkelheit gingen am Freitag Trump-Gegner in Miami, Atlanta, Philadelphia, New York und San Francisco auf die Straßen. In Portland im US-Staat Oregon wurde eine Person angeschossen. Die Polizei rief die Demonstranten auf, das Gebiet im Zentrum der Stadt zu verlassen.

Trump hatte während des Wahlkampfs nicht zuletzt mit rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen polarisiert. Kritiker befürchten, dass der künftige Präsident die Bürgerrechte beschneiden könnte. In Miami marschierten mehrere Tausend Demonstranten durch die Innenstadt. Einige Hundert Teilnehmer blockierten eine Schnellstraße. In New York gab es unter anderem eine Versammlung vor dem Trump Tower, dem Wohnsitz des 70-Jährigen.

"Wir sind hier, um die Menschen zu unterstützen, die Trump beleidigt hat, und um unseren Kindern zu zeigen, dass wir alle eine Stimme haben und für die Menschenrechte eintreten", sagte die 41-jährige Kim Bayer in New York. "Wir haben die Sorge, dass die Trump-Regierung eine Katastrophe für die Menschenrechte wird. Ich hatte noch nie so viel Angst in meinem Leben. Wir müssen hier draußen sein und laut sein."

Am Freitag gab es keine Berichte über Gewalt oder Festnahmen bei den Demonstrationen. Am Donnerstag war dagegen die Polizei in Portland im Westküsten-Staat Oregon mit Pfefferspray und Gummigeschoßen gegen Demonstranten vorgegangen, nachdem Fensterscheiben eingeworfen und Autos beschädigt worden waren.

Trump sprach am Donnerstag verächtlich von "professionellen Protestlern", die von Medien "angestiftet" worden seien. Wenige Stunden später gab er sich versöhnlich und attestierte ihnen "Leidenschaft für unser großes Land". Am Ende würden "alle zusammenkommen und stolz sein".

Für das Wochenende sind weitere Proteste geplant. Am Samstag wollen Trump-Gegner unter anderem in New York und Los Angeles demonstrieren. Organisatoren sagten, sie hätten einen langen Atem. Zur Amtseinführung von Trump am 20. Jänner wollten Zehntausende ihre Wut auf den Immobilien-Milliardär zum Ausdruck bringen, sagte Walter Smolarek, einer der Organisatoren der geplanten Veranstaltung. Am 21. Jänner wollen Zehntausende Frauen an einem "Million Women March" in Washington teilnehmen.

Trump hatte sich wiederholt abfällig gegenüber Frauen geäußert. Der Wahlkampf-Endspurt war wesentlich von Sexismus-Vorwürfen gegen ihn geprägt. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2005, in dem er sich vulgär über Frauen äußert. Trump entschuldigte sich zwar und beteuerte, die beschriebenen Handlungen nie vollzogen zu haben. Dem widersprachen jedoch mehrere Frauen, die in verschiedenen Medien konkrete sexuelle Übergriffe beschrieben. Trump wies die Anschuldigungen zurück.