Erstellt am 25. November 2014, 17:41

Nachbaur bleibt vorerst Team-Stronach-Klubobfrau. Team-Stronach-Klubobfrau Kathrin Nachbaur wird vorerst im Amt bleiben. Das sagte Nachbaur in einer Pressekonferenz nach der gut dreieinhalbstündigen Krisensitzung ihres Parlamentsklubs.

Gleichzeitig kündigte sie allerdings mit Verweis auf ihre Schwangerschaft an, sich in weiterer Folge zurückziehen zu wollen und die geschäftsführende Waltraud Dietrich als Nachfolgerin vorzuschlagen.

Unterstützt wurde Nachbaur durch die Abgeordneten des Team Stronach, die demonstrativ hinter ihr Aufstellung nahmen und ihr mehrmals applaudierten. Angesichts der Debatten über ihren Austritt aus der Bundespartei betonte Nachbaur, dass sie weiterhin "stolzes Mitglied im Team Stronach Steiermark" sei und zu den Werten Frank Stronachs stehe. Nach ihrem Rücktritt als Klubobfrau will Nachbaur einfache Abgeordnete und Wirtschaftssprecherin bleiben.

Keine Vertrauensabstimmung

Einer Vertrauensabstimmung im Klub des Team Stronach musste sich Nachbaur am Dienstag nicht stellen. Ihr Rückzug werde rund um den Geburtstermin Ende März stattfinden. Enttäuscht zeigte sich Nachbaur über "Intriganten" und die Medienberichterstattung der vergangenen Tage. "In den letzten Tagen habe ich sehr viel erlebt", meinte Nachbaur. Von herzlichen Menschen, die ihr Mut zusprachen, "bis zu den wirklichen charakterlosesten Intriganten", außerdem einen enormen Medienrummel mit "dreistesten Lügengeschichten".

Dies sei eine "wirklich schockierende Erfahrung" gewesen, das habe sie "sehr, sehr belastet und gekränkt". Wer ihrer Meinung nach die Intriganten seien, wollte sie auf Nachfrage nicht sagen. Zu jüngst kolportierten Zahlen über ihre Ablöse betonte Nachbaur, diese entbehrten jeder Grundlage. Fakt sei, dass Frank Stronach und sie ihren Vertrag mit der Stronach-Group mit Ende des Jahres auflösen. Ansonsten gebe es keine Zahlungen.

Trotz Meinungsverschiedenheiten: "Stehe voll hinter dem Programm"

Stronach und sie hätten sich ausgesprochen: "Wir haben Meinungsverschiedenheiten, ja, aber das ist menschlich." Sie stehe voll hinter dem Programm, an dessen Umsetzung müsse man aber noch arbeiten. Die Meinungsverschiedenheiten mit Stronach seien der Grund gewesen, dass sie aus der Bundespartei ausgetreten war und den Posten als Vize-Parteichefin zurückgelegt hatte. Das heißt aber nicht, "dass ich nicht mehr loyal bin." Um welche Meinungsverschiedenheiten es geht, sagte Nachbaur auf Nachfrage nicht.

In den vergangen Tagen hatten einige Abgeordnete darauf gepocht, dass es keine parteifreie Klubobfrau geben könne. In der Pressekonferenz betonte Nachbaur, dass es ja augenblicklich die Mitteilung gegeben habe, dass keine Austrittserklärung von ihr aus der Steiermark vorliege. Darauf angesprochen, dass sie selbst dies hätte klarstellen können, etwa im Rahmen der ORF-Sendung "Im Zentrum", meinte sie: Für die Sendung wolle sie sich entschuldigen, "ich war komplett neben mir, da war ich nicht gut drauf".

Dietrich unterstreicht Zusammenhalt

Waltraud Dietrich - derzeit geschäftsführende Klubobfrau und von Nachbaur als Nachfolgerin empfohlen - zeigte sich stolz über das Team. Dieses habe einmal mehr gezeigt "wie groß der Zusammenhalt ist". Aufgabe werde es nun sein, in den Ländern bestehende Unsicherheiten zu beseitigen. Ob sie selbst auch Vize-Parteichefin wird, sei noch nicht entschieden, erklärte Dietrich auf eine entsprechende Frage.

Zufrieden mit der nun gefundenen Einigung im Team Stronach hat sich am Dienstagabend Robert Lugar gezeigt, der sich zuletzt als Widerpart der scheidenden Klubchefin Kathrin Nachbaur positioniert hatte. "Es gibt eine gute Lösung", sagte er vor Journalisten. Und: "Das Problem ist damit gelöst."

Lugar geht davon aus, dass Dietrich nach dem für März angekündigten Rückzug Nachbaurs von der Klubspitze zur Obfrau gewählt werde. Von der massiven Kritik Nachbaurs, die in der Pressekonferenz von "Intriganten" gesprochen hatte, welche falsche Gerüchte über sie in Umlauf gesetzt hätten, fühlt er sich nach eigenem Bekunden nicht angesprochen. "Ich bin im besten Einvernehmen mit ihr", sagte Lugar. Die Gerüchte seien von anderer Seite gekommen.